„Wir wollen mit dazu beitragen, dass Crowdinvesting in Deutschland bekannter wird.“ – Interview mit Markus Voigt (FinMatch)

FinMatchKlaus-Martin Meyer: Herr Voigt, Sie sind Geschäftsführer bei FinMatch. Könnten Sie sich und FinMatch bitte kurz vorstellen?

Markus Voigt: Sehr gerne. Mein Geschäftspartner Carsten Volkening und ich kommen aus dem Unternehmens-finanzierungsbereich und wir haben viele Jahre Dachfonds im Bereich Private Equity in Deutschland mit etabliert. Wir wollen mit dazu beitragen, dass Crowdinvesting in Deutschland bekannter wird und innovative Startups und KMU´s einen Zugang zu alternativen Finanzierungsformen bekommen. FinMatch selektiert in Markt der Crowdinvesting-Plattformen und investiert monatlich in die interessantesten Projekte. Durch eine Investition in FinMatch fördern Anleger indirekt die Unternehmen, ohne selbst direkt am Gewinn und Verlust eines einzelnen Unternehmens beteiligt zu sein. FinMatch bezahlt dem Investor einen festen Zins, der Zinsertrag des Investors entsteht durch die Förderung der FinMatch GmbH von letztendlich weit mehr als 50 Unternehmen.

Klaus-Martin Meyer: Wie verorten Sie FinMatch und die angebotenen Produkte innerhalb der Crowdfunding-Welt?

Markus Voigt: Im Gegensatz zu den üblichen Plattformen der Crowdfunding – Welt ist FinMatch eher ein Exot, denn wir richten uns nicht nur an den selbstkompetenten Investor, der sich selbständig seine Projekte von den jeweiligen Plattformen aussucht, sondern auch an den weniger investitionskompetenten Kunden, der mehr Wert auf eine breite Streuung seiner Investitionsgelder legt und sich nicht in jedes Projekt einarbeiten möchte oder kann. Wir bieten somit einen Dach – Character im Crowdfunding.

Klaus-Martin Meyer: Welchen Nutzen hat der Anleger konkret für die Gebühren, die für ihre Service anfallen?

Markus Voigt: Er bekommt eine Auswahl von zusätzlich geprüften Projekten von unterschiedlichen Plattformen aus unterschiedlichen Ländern und unterschiedlichen Investitionsbereichen. Somit ist sein Geld wesentlich vielseitiger angelegt und das mögliche Verlustrisiko wird minimiert.

Klaus-Martin Meyer: Welche Zielgruppen sprechen Sie mit Ihrem Angebot an?

Markus Voigt: Mit unserem Angebot richten wir uns an jene Investoren, die weder Zeit noch Know-how haben, sich detailliert in den Crowdfundingmarkt einzuarbeiten oder denen den die finanziellen Mittel fehlen um eine möglichst sinnvolle breite Streuung von Investitionen in diesem Segment zu tätigen

Klaus-Martin Meyer: Sind das angesichts der überschaubaren Mindestanlage eher Kleinanleger oder auch Großinvestoren, die ihre Mittel nicht selber auf Crowdfunding-Plattformen platzieren wollen?

Markus Voigt: Wir haben völlig unterschiedliche Schichten von Investoren. Darunter sind sowohl Kleinanleger wie auch sogenannte Großanleger. Wichtig ist, dass egal welcher Investor es auch ist, dass das Investment zu seinen finanziellen Möglichkeiten passt und sein Bedürfnis nach Sicherheitsaspekten erfüllt wird.

Klaus-Martin Meyer: Wie schwierig ist es aktuell angesichts der Quantität von Crowdfunding-Angeboten auf den Plattformen überhaupt ein aussichtsreiches Portfolio mit den Investorengeldern abzubilden?

Markus Voigt: Unser Ziel ist es monatlich mindestens in 2-3 Projekte zu investieren, so dass wir innerhalb von 2 Jahren zwischen 70-100 verschiedene Investitionen getätigt haben. Wenn wir ausschließlich den deutschen Markt zum gegenwertigen Zeitpunkt betrachten, sind schon eine gewisse Anzahl von interessanten Investitionsmöglichkeiten vorhanden. Durch unsere Orientierung auch in andere Länder wie Österreich, England, Niederlande, etc. ergibt sich für uns ein ausgewogenes Investitionsgebilde in das wir sinnvoll die uns anvertrauten Kundengelder investieren können. Dank dem Sekundärmarkt auf Crowdstreet überlegen wir auch in Zweitmarktinvestitionen, die„vor unserer Zeit“ waren, zu investieren. Wir erwarten darüber hinaus für 2015 eine Reihe von themenbezogenen Crowdinvesting-Plattformen, die unsere Auswahl noch vergrößern wird.

Klaus-Martin Meyer: Wie beurteilen Sie den Markt für p2p-Kredite mit Privatpersonen. Wäre es denkbar für diesen Bereich auch einen Fond aufzulegen?

Markus Voigt: Wir sind der Meinung, dass jeder nur das machen sollte, was er auch wirklich kann. Wir kommen aus dem Bereich der Unternehmensfinanzierungen, so dass der p2p-Kreditmarkt für uns kein Tätigkeitsfeld darstellt. Sicher gibt es dafür Spezialisten, die auch dann in der Lage sind dafür einen adäquaten Fonds zu konzipieren und in den Markt zu bringen, für uns jedoch ist es aktuell kein Thema und wir verfolgen zur Zeit andere Projekte.

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