SellanApp: Crowdfunding-Plattform pleite

SellanAppHier im Blog wird zu rein chronistischen Zwecken bekanntlich die Liste mit den Crowdfunding-Problemfällen” auf dem deutschen Markt geführt. Eine Seite, die übrigens immer unter den Top10 der am häufigsten aufgerufenen Bereiche auf Crowdstreet gehört. Mit etwas Verspätung muss heute die Information der Pleite einer Crowdfunding-Plattform bekannt gegeben werden.

Die niederländische Spezial-Plattform für das Segment der Smartphone-Apps SellanApp gab auf ihrer Internetseite bekannt, dass man Insolvenz angemeldet habe. SellanApp hatte auf Symbid zwei Kapitalrunden mit einem Gesamtvolumen von 250.000 Euro absolviert. Eine dieser Kapitalmaßnahmen war eine Doppelrunde zusammen mit FundedByMe, aber die dort avisierten zusätzlichen 500.000 Euro wurden nicht erreicht.

Aktionäre über Pleite informiert

SellanApp informierte nach eigenen Angaben die Aktionäre über die Pleite. Das eigene Crowdfunding-Geschäft für die Smartphone-Apps wurde eingestellt und einem Insolvenzverwalter übergeben. Nach Angaben von SellanApp ist es in den vergangenen zwölf Monaten nicht gelungen, hinreichendes Kapital für die Sicherung des Services und das Wachstum zu akquirieren. Nachdem die operativen Verluste zu groß wurden, musste nun die Reißleine ziehen.

Schwieriger Markt

Eine Crowdfunding-Plattform für den App-Markt etablieren zu wollen, war von Anfang an ein extrem anspruchsvolles Unterfangen. Der Markt ist stark segmentiert. Die Apps haben für sich genommen meiste einen vergleichsweise kleinen Preis. In der Folge erreichen die Fundings verglichen mit anderen equity based Plattformen auch keine sechs- oder siebenstelligen Summen. Erfolgreich kann man also als Plattform nur werden, wenn man von null auf hundert, den Weltmarkt adressiert. Als wenn die Crowdstreet-Redaktion es hat kommen sehen, wurde an hier bereits im Juni letzten Jahres geschrieben: “Ich würde in diesem speziellen Fall ehrlich gesagt annehmen, dass es a) schwierig wird, das Funding in vollem Umfang zu platzieren und dass es b) fast unmöglich sein wird, ein solides Business mit einem solchen Marktplatz aufzubauen.” Anleger, die das beherzigt haben, konnten sich vor dem nun eingetretenen Verlust schützen.

Interessanter ist allerdings ist die Frage, welcher Plattform als nächstes die Puste ausgeht. Die wenigste Traktion bringen sicherlich die Nischenplattformen und die sehr lokal aktiven Player auf die Straße.

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