Sonim: Markenartikler nutzt Crowdfunding via Indiegogo

Sonim XP7 Extreme Es wurden bisher hinreichend oft die Marketing-Aspekte von (reward based) Crowdfundings erörtert. Auch die Möglichkeit mit Hilfe eines Pitches eine Geschäftsidee zu validieren, ist regelmäßig Gegenstand der Diskussion. Selten dagegen sind Beispiele, dass etablierte Markenartikler auf dem Crowdfunding-Ticket unterwegs sind, um eben diese Effekte ganz bewusst zu nutzen und bestehendes Geschäft damit zu hebeln.

Sonim nutz die Gunst der Stunde

Die Gunst der Stunde einer der ersten dezidierten Markenartikler zu sein, der ein Produkt über ein Crowdfunding lancieren, ist in meiner Wahrnehmung aktuell Sonim Technology mit einem Pitch für eine limitierte Edition des Outdoor-Smartphones Sonim XP7 Extreme. Sonim Technology steht dafür, die robustesten Mobiltelefone auf der Welt zu bauen. Ich selbst traf vor sechs Jahren Bob Plaschke (der auch im Pitch-Video zu sehen ist) vor sechs Jahren im Büro meines Arbeitgebers (der damaligen Telefon.de Handels AG), wo Bob ein Sonim-Produkt mit einem riesigen Nagel traktierte. Sonim und auch Bob waren damals schon für jede Show gut, um die Robustheit seiner Produkte eindrucksvoll unter Beweis zu stellen.

Gut aufbereitetes Angebot

Bei der Sonim-Presell-Aktion kann man nicht nur ein bemerkenswertes Smartphone Sonim-Logokaufen, das man zukünftig sicher – wie auch ie konventionellen Vorgängermodelle – bei Hauptkommissar Bukow im Polizeiruf 110 bewundern können wird, sondern es wird ein ganzes Paket mit Zubehör geschnürt, das einen Wert von über 1400 Dollar haben soll. Erstehen kann man es für lediglich 579 Dollar. Der Deal erinnert von der Ersparnis her an einen unseriösen 1&1 Best Price Deal. Es werden vertrieblich also alle Register gezogen. Nach nicht einmal einem ganzen Tag, sind bereits über 23.000 Dollar zusammengekommen. Das Crowdfunding läuft bis zum 7. Januar und das Ziel wird vermutlich pulverisiert.

Markenartikler sollten Sonim-Pitch im Auge behalten (und Crowdfunding-Consultants!)

Es ist durchaus sinnvoll, dass Markenartikler – insbesondere von Produkten, wo bei neuen Modellzyklen die Produktion erst langsam anläuft – überlegen, ob es Sinn macht dem Beispiel der Lancierung des Sonim XP7 Extreme zu folgen. Noch gibt es nicht so viele Blaupausen für Anbieter mit etablierten Marken in der Crowdfunding-Szene. Und so lange dies so ist, wird man ganz sicher einerseits zusätzliche Marketing-Effekte in Form von Media-Coverage generieren können. Zudem könnte ein Crowdfunding eine Möglichkeit sein, via Direktvertrieb Kunden mit tollen Angeboten glücklich zu machen, ohne die Marge zu ruinieren. Wird die Produktofferte mit Hilfe von Zubehör oder limitierten Sondereditionen entsprechend gestaltet, nimmt es einem vielleicht nicht einmal der bestehende Absatzkanal krumm.

Fazit: Den laufende Pitch von Sonim sollten sich speziell Markenartikler sehr genau ansehen. Gleiches gilt für Crowdfunding-Berater, für die sich eine neue Kundengruppe erschließen könnte, nämlich Firmen mit gewöhnlich tiefen Taschen!

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