UK-Regierung macht vor, wie es geht und investiert auf Crowdfunding-Plattform

UK-News In Deutschland ist die Politik drauf und dran durch eine verfehlte Anlegerschutz-Politik den galoppierenden Crowdfunding-Plattformen ein unnötiges Handicap auf die Schultern zu legen. Dass es auch anders geht, zeigt die Exekutive im UK. Hier wird der Crowdfunding-Sektor als eine strategische Zukunftsindustrie erkannt und entsprechend gehandelt. Im kommenden Jahr werden p2p-Kredite zur Individual Saving Accounts (ISA) zugelassen. Dies wird dem Sektor vermutlich einen signifikanten Boost geben.

Nun investiert Staatsfond auf Crowdcube

Wie heute zu lesen ist, wurde im UK ein neuer Fond von der Regierung aufgelegt, um unterfinanzierte Startups zu finanzieren. Dies geht aus einem Newsletter von Crowdcube hervor:

“Established by Funding London and Capital Enterprise, the LCIF is a new Government-backed fund designed to address the funding gap faced by start-ups, and will see £25m invested in 156 seed-stage companies within Technology, Digital and Science over the next three years. The £25m is being contributed by the Mayor of London through the London Enterprise Panel’s ‘Growing Places Fund‘.”

Zu den genannten 25 Millionen GBP kommen weitere Mittel von insgesamt sechs Co-Investoren, die sich zu 80 Millionen GBP bis 2017 aufaddieren. Aus dem 25 Millionen-Topf sollen fünf Millionen GBP über die Plattform von Crowdcube in Richtung der Startups fließen. Die Finanzierungsrunden können dabei eine Größenordnung von 250.000 bis zu einer Millionen GBP betragen.

Crowdcube wird sich um geeignete Startup-Kandidaten auf seiner Plattform bemühen. Die Investmententscheidungen werden anschließend von der Braveheart Investment Group getroffen. Das ist die gleiche Gesellschaft, die bereits den Crowdcube Venture Fund managed.

Bundesregierung sollte sich eine Scheibe abschneiden

Die Bundesregierung sollte sich eine dicke Scheibe von der Politik der Regierung im UK abschneiden. Die Regierung im UK begreift sich selber ganz offensichtlich nicht nur als Lobbyist für den traditionellen Bankensektor, sondern als aktive Förderin des aufblühenden FinTech-Sektors. Dies sollte man in Berlin als Best-Practise-Beispiel heranziehen.

Mit dem High-Tech Gründerfond existiert bereits eine erprobte öffentliche-private Fondgesellschaft, der man zutrauen dürfte, dass diese auch kompetente Investments auf Crowdfunding-Plattformen durchführen könnte. Es braucht nicht erwähnt werden, dass es Crowdfunding-Marktplätze gibt, die ganz sicher offen für derartige Transaktionen wären. Auch die Crowd würde sich über den Co-Investor wie z.B. den High-Tech Gründerfond freuen.

Fazit: Aktuell gilt, von den Briten lernen, heißt siegen lernen!

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