Arbeitswelt Crowdfunding-Plattform VIII: Interview mit Jörg Diehl (aescuvest)

joerg-diehl-aescuvestKlaus-Martin Meyer: Jörg, Du bist bei der neuen Crowdfunding-Plattform aescuvest für das Thema Finanzkommunikation zuständig. Könntest Du deinen Job bitte kurz vorstellen?

Jörg Diehl: Das Feld Finanzkommunikation, auch international bekannt als Investor Relations, umfasst bei uns eigentlich alles, was mit der Beziehung zwischen Crowdinvestoren und Start-up Unternehmen und aescuvest als Plattform zu tun hat.

In dieser Funktion stehe ich im ständigen Kontakt mit den Gründern, die auf aescuvest ein Funding suchen, sowie mit Crowdinvestoren, die sich für Innovationen aus den Bereichen Medizin und Gesundheit interessieren und gerne über aescuvest in diese investieren wollen.

Klaus-Martin Meyer: Vielleicht kannst Du bitte auch kurz den Weg aufzeichnen, wie man vom Crowd Investor zu einem (Crowd-) Investor Relation Manager wird.

Jörg Diehl: Anfang 2012 bin ich in die Materie der Start-up Finanzierung durch Crowdfunding eingestiegen und habe mich inzwischen zu einem ziemlich aktiven Crowd-Investor mit zahlreichen Beteiligungen über verschiedene Plattformen entwickelt.

Seit Anfang 2014 bin ich auch im German Crowdfunding Network (GCN) aktiv und versuche meinen Beitrag dazu zu leisten, dass auch hier die Investorenseite gut vertreten ist. Im GCN leite ich die Peergroup Crowdinvestoren und die Taskforce GCN und USA.

Anfang 2014 habe ich auch eine geschlossene Facebook Gruppe gegründet, in der sich erfahrene Crowd-Investoren untereinander austauschen können.

Durch zahlreiche Aktivitäten auf diesen Gebieten konnte ich in den letzten Jahren ein enges Netzwerk zu aktiven Crowd Investoren, Gründern, die durch die Crowd Geld eingesammelt haben und zu einigen Crowdfunding Plattformen aufbauen.

In diesem Zusammenhang habe ich mich sehr gefreut, als Dr. Patrick Pfeffer, der Gründer von aescuvest, im Sommer auf mich zukam und wir uns darüber unterhalten haben, ob ich mir vorstellen könnte, mich an aescuvest aktiv zu beteiligen.

Meine Erfahrung als aktiver Crowd Investor zeigt mir, was im Moment bei einigen Plattformen und Start-up Unternehmen im Bereich Kommunikation mit Crowd Investoren noch nicht ganz optimal funktioniert und wo noch Verbesserungen wünschenswert wären.

Aus diesem Grund habe ich mich gerne dazu bereit erklärt, diese Aufgabe bei aescuvest zu übernehmen.

Mit diesem Schritt wird aescuvest zu einer der ersten Crowdfunding Plattformen, bei der ein aktiver Crowd Investor im Management leitende Aufgaben übernimmt.

Klaus-Martin Meyer: Was genau hast Du dir selber auf die Agenda geschrieben. Was willst Du mit deinem Investoren-Background besser machen als andere Plattformen und
was vielleicht auch einfach nur genauso gut? Gibt es also auch bei den Plattformen gute Vorbilder, wo man sich etwas abgucken kann?

Jörg Diehl: Zunächst einmal ist es mir ein großes Anliegen, die Kommunikation zwischen den Unternehmen und deren Crowdinvestoren zu verbessern, besonders auch für die Zeit nach dem Funding.

Es gibt schon einige Beispiele, wo diese Kommunikation und das regelmäßige Reporting ziemlich professionell funktionieren, trotzdem gibt es auch noch zahlreiche Beispiele, wo diese noch Verbesserungsbedürftig sind.

Mein Ziel ist es, die Kommunikation zwischen den beiden Parteien noch lebendiger zu gestalten und auch nach den Fundings am Leben zu erhalten. Hierauf weise ich unsere Gründer oft schon in ersten Gesprächen hin, da ich finde, dass dies ein sehr wichtiger Aspekt ist, um die Vorteile des Crowdfundings sinnvoll nutzen zu können.

Klaus-Martin Meyer: Health Care Investments sind oft besonders langfristige Anlagen, wo der Erfolg auch von Zulassungen etc. abhängt. Entstehen hieraus für Dein Betätigungsfeld besondere Herausforderungen?

Jörg Diehl: Bei aescuvest haben wir einen Wissenschaftlichen Beirat, der zunächst die fachlichen Aspekte, darunter auch Zulassungen, etc. sehr genau durchleuchten, bevor ein Projekt in die engere Auswahl kommt.

Eine besondere Herausforderung sehe ich eher darin, dass wir auch gerne Fachleute aus diesen Bereichen als Investoren ansprechen wollen, damit sie in Projekte aus Geschäftsbereichen investieren, bei denen sie sich auch gut auskennen.

Das bedeutet, neben Crowdinvestoren die sehr gerne in Start-ups investieren wollen wir Ärzte, Apotheker, etc., sowie Menschen, die sich besonders mit dem Thema Medizin und Gesundheit verbunden fühlen ansprechen.

Hierbei handelt es sich um teils sehr unterschiedliche Typen von Investoren, die auch auf verschieden Art und Weise angesprochen werden.

Klaus-Martin Meyer: Wie lange wird die Crowd noch warten müssen, bist Du deinen ersten „Ernstfall“ hast – sprich das erste Funding zu betreuen hast?

Jörg Diehl: Das ist eine sehr gute Frage. Der aufmerksame Besucher unserer Plattform hat vielleicht schon bemerkt, dass wir bereits einen dezenten Hinweis auf unser erstes Funding dort versteckt haben. Im Laufe der Zeit werden diese Hinweise konkreter und Abonnenten unseres Newsletters werden als erste hierzu informiert werden.

Ich kann aber bisher schon verraten, dass unser erstes Funding in der Zeit Ende Januar / Anfang Februar 2015 auf aescuvest live gehen wird.

Hierbei handelt es sich um ein innovatives Konzept, das die Vorlaufzeit zur Behandlung eines Patienten effektiv nutzbar macht.

Wir sind natürlich sehr gespannt, welche Fragen im Laufe des Fundings von den Investoren gestellt werden und hoffen auf eine rege Beteiligung interessierter Investoren und dass die Möglichkeit der Unterstützung von Innovationen aus den Bereichen Medizin und Gesundheit von der Crowd entsprechend angenommen wird .

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