„Die Finanzierung meines Sports ist nicht so einfach.“ – Interview mit Sven Knipphals zu seinem Crowdfunding in Eigenregie

Sven Knipphals CrowdfundingKlaus-Martin Meyer: Sven, Du bist ein erfolgreicher Sprinter. Könntest Du dich und deine sportlichen Aktivitäten bitte kurz vorstellen?

Sven Knipphals: Ich bin seit 2011 in der deutschen Leichtathletik Nationalmannschaft und laufe 100m, 200m und in der 4x100m Staffel für Deutschland! Meine Bestleistungen liegen bei 10,20 (100m) und 20,48 Sekunden (200m). Ich starte für den VfL Wolfsburg, lebe und trainiere aber unter dem Bundestrainer Roland Stein in Leipzig.

Klaus-Martin Meyer: Unter sven-knipphals-crowdfunding.de hast Du ein Crowdfunding in eigener Sache initiiert. Wie kam es zu dieser Idee?

Sven Knipphals: Die Finanzierung meines Sports ist nicht so einfach. Dadurch, dass ich jetzt vier Jahre hintereinander erfolgreich war, bin ich in den höheren Förderstufen des DLV und der Sporthilfe. Aber so richtig viel bleibt am Monatsende nicht über. Seit 1,5 Jahren arbeite ich parallel als Chiropraktor. Um mich komplett auf den Sport zu konzentrieren, wollte ich einen Weg finden, meine Finanzierung zu verbessern. Aus diesem Grund arbeite ich seit einem Jahr mit TalentEntdecker zusammen, die mich als Marke positioniert haben, in die Presse bringen und Sponsoren kontaktieren. Allerdings bin ich als Einzelsportler für viele Unternehmen nicht interessant, da lieber Vereine oder Veranstaltungen gesponsert werden. Da habe ich mit meiner Agentur überlegt, was man noch machen kann. Wir haben dann ernsthaft geprüft, ob Crowdfunding ein Weg sein könnte und uns Gegenleistungen überlegt. Zudem funktioniert Crowdfunding ganz gut über das Internet und die sozialen Netzwerke, in denen ich sehr präsent bin, um mit meinen Fans zu kommunizieren.

Klaus-Martin Meyer: Du hast Dich für ein Funding auf der eigenen Webseite entschieden? Warum dies? Du hättest ja auch einen Pitch auf startnext oder auf einer spezialisierten Plattform wie fairplaid.org starten können?

Sven Knipphals: Aus zwei Gründen: Erstens ist Crowdfunding auf den Plattformen eigentlich immer projektgebunden, d.h. es wird ein konkretes Projekt finanziert. Fehlen 100€ vom Gesamtvolumen, wird mir das Geld schließlich gar nicht ausgezahlt. Zweitens erhöhe ich durch meine eigene Crowdfunding-Website meine Bekanntheit und kann meine persönlichen Projekte subventionieren oder finanzieren. Ich habe ein großes Ziel mit der Qualifikation für Rio 2016 und da zählt jeder Euro, um auf den Punkt fit zu sein.

Klaus-Martin Meyer: Wie ist das Crowdfunding angelaufen? Welche Perks sind dabei am beliebtesten?

Sven Knipphals: Ich finde es ist ganz ordentlich angelaufen. Klar könnte es etwas mehr Interesse geben aber ca. 15 Bestellungen sind schon eingegangen. Von 5€ (Spende) bis 480€ (persönliches Treffen) ist jedes der 9 Möglichkeiten mindestens einmal gebucht worden. Einen wirklichen Verkaufsschlager gibt’s es noch nicht, wobei die günstigeren Auswahlmöglichkeiten öfter gebucht werden. Mein persönlicher Favorit ist das T-Shirt mit meinem Logo. Das kostet inklusive Autogrammkarte und digitalem Gruß 50,00€ und ist sehr gelungen!

Klaus-Martin Meyer: Hast Du vor dem Start irgendwelche Erwartungen an PR und Medienwirkung gehabt und inwieweit sind diese vielleicht jetzt schon absehbar? Könnten sich daraus interessante Dinge ergeben?

Sven Knipphals: TalentEntdecker hat eine Pressemitteilung geschrieben und an den PR-Verteiler geschickt. Wir haben uns keine Ziele gesetzt, denn auch hier freut mich jedwede Berichterstattung. Allerdings muss ich sagen, dass das Interesse groß ist. Ich wurde interviewt von der Wolfsburger Allgemeine Zeitung, Leipziger Volksstimme, ZEIT online, Radio FFN, Stuttgarter Zeitung, Niedersächsicher Leichtathletikverband, und einige mehr. Das Interesse ist bundesweit, das freut mich sehr. Immer wenn ich in der Presse bin, erkennt man einen höheren Traffic auf der Website und es folgen weitere Anfragen, sodass ich guter Dinge bin das sich weitere Journalisten melden werden.

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