„Im Vordergrund steht der Kunde, er entscheidet und er gestaltet das Produkt auf Wunsch unmittelbar mit!“ – Interview mit Thomas Roth (EnBW) zum Dalia-Crowdfunding

daliaKlaus-Martin Meyer: Herr Roth, würden Sie sich und ihren Arbeitgeber bitte kurz vorstellen?

Thomas Roth: Seit mehreren Jahren engagiere ich mich aus Leidenschaft in der Beratungs- und Photovoltaikbranche – dabei u.a. als Start-Up-Gründer oder Projektleiter für große Dachanlagen. Bis mich im Juni 2014 die EnBW fragte, ob ich ihr Team verstärken möchte, um gemeinsam die Energiewende voranzubringen. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG zählt zu den größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa. Mit rund 20.000 Mitarbeitern gestalten wir die Energiewende aktiv mit und nutzen ihre Chancen. Wir versorgen unsere Kunden mit Strom, Gas, Wasser, energienahen Produkten und Dienstleistungen. Um erster Ansprechpartner in Energiefragen zu sein, stellen wir uns nah beim Kunden auf und antworten mit neuen Angeboten auf die wachsende Nachfrage nach dezentralen und nachhaltigen Energielösungen. Den Erzeugungspark und die Netze gestalten wir zum Maschinenraum der Energiewende um, indem wir vor allem die Wind- und Wasserkraft ausbauen und mit Hilfe unserer Netztöchter immer mehr erneuerbare Energien ins Energiesystem integrieren.

Klaus-Martin Meyer: Dieser Tage ging auf Startnext das EnBW-Projekt „Dalia – Solarschirm“ online. Was genau hat es damit auf sich?

Thomas Roth: Die Sonne macht bekanntlich nicht nur glücklich, sie ist eine Energiequelle, die uns Mutter Natur kostenlos zur Verfügung stellt. Warum also Solarenergie primär nur auf Hausdächern oder großen Freiflächen nutzen? Unsere Idee setzt genau da an: Der EnBW-Solarschirm Dalia ist ein Sonnenschirm, der wesentlich mehr kann als nur Schatten spenden. Seine innovativen Funktionalitäten ermöglichen es, Sonnenenergie zu sammeln und zu speichern – während er sich stets von selbst der Sonne zuneigt, sich morgens öffnet und abends wieder schließt. Dieser Eigenschaft verdankt er auch seinen Namen. Dalia sieht nicht nur aus wie eine Blume, sondern Mutter Natur hat unser Team bei der Konstruktion der verschiedenen Modelle maßgeblich inspiriert. Mit Dalia sprechen wir Kunden an, die zu Hause oder in der Firma das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, dabei aber nicht auf Design, Komfort und Spaß verzichten möchten. Mehr Infos, Produktvideos und vieles mehr zur Dalia gibt’s übrigens unter: www.startnext.de/dalia

Klaus-Martin Meyer: Welchen Vorteil hat die Crowd, wenn es sich bei ihrem Pitch engagiert im Vergleich zu einem möglichen späteren normalen Kauf des Produktes?

Thomas Roth: Unser Ziel ist es, Solarenergie einem breiten Publikum zugänglich zu machen und den Solar-Trend neu zu erwecken – es jedem ermöglichen, direkt an der Energiewende mitzuwirken. So entstand die Idee für Dalia. Das Besondere: Als Interessent und Investor der Crowdfunding-Phase kann man sich direkt in die Produktentwicklung einbringen, Wünsche und Anregungen äußern, die wir in das Produktdesign einfließen lassen. Feedback ist ausdrücklich gewünscht und bringt das gemeinsame Projekt voran.

Außerdem: Dabei werden wir es @EnBW nicht belassen. Wir arbeiten bereits an weiteren, innovativen Ideen und Produkten, wie zum Beispiel einem Energiemanager auf Haushaltsebene, der dezentrale Energieerzeugung mit dem individuellen Verbrauch optimiert.

Klaus-Martin Meyer: In den letzten Wochen sind in meiner Wahrnehmung erstmals Crowdfunding-Projekte von etablierten Playern online gegangen (Beispiel: Outdoor Smartphone von Sonim, eine Smartwatch hinter der Sony vermutet wird). Hier drängt sich die Vermutung auf, es gehe weniger um Vorfinanzierung als hauptsächlich um die mit einem Crowdfunding verbundenen Marketing- und Abverkaufs-Effekte. Wo würden Sie ihr Projekt in diesem Zusammenhang verorten?

Thomas Roth: Unser Bestreben ist simpel und zugleich bedeutsam: Im Vordergrund steht der Kunde, er entscheidet und er gestaltet das Produkt auf Wunsch unmittelbar mit! Das heißt auch, die EnBW wird die Idee nur realisieren, wenn potentielle Kunden ein direktes Signal an uns setzen. Auf vorherige Marktests verzichten wir bewusst, sondern konzentrieren uns auf das Feedback der Crowd auf Startnext. Damit schlagen wir in der Produktentwicklung bei der EnBW einen neuen Weg ein – spannend und herausfordernd zugleich.

Kurzum: Die Crowd ist bei Dalia eindeutig gefragt. Am Ende wissen wir ganz klar: Baut es oder baut es nicht.

Klaus-Martin Meyer: Abschließend die Frage, welche Marketing-Aktivitäten zur Unterstützung des Crowdfundings haben bzw. werden Sie ergreifen. Werden z.B. auch ihre Kunden angesprochen? Und haben Sie über startnext hinaus externe Beratung in Anspruch genommen?

Thomas Roth: Wir nutzen natürlich unsere bestehenden Kommunikationskanäle, wie den Twitter- (www.twitter.com/enbw), YouTube- (www.youtube.com/enbw) oder Facebook-Channel (www.facebook.de/enbw) der EnBW, um auf unsere Dalia und die neue Idee aufmerksam zu machen. Darüber hinaus haben wir auch eine Pressemitteilung versandt, uns mit Bloggern sowie Interessenten ausgetauscht oder in unseren Newslettern Kunden und Partner informiert. Wir setzen auch hier ganz klar auf die eigene Kompetenz im Haus. Und wenn wir Unterstützung brauchen, wie bspw. beim Videodreh, dann fragen wir bei unseren bestehenden Partneragenturen nach. Eine klassische Werbekampagne mit Agenturunterstützung gibt es nicht.

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