Naked Wines – ein Crowdfunding inspiriertes eCommerce-Powerhouse

NackedWinesAmazon gab erst kürzlich bekannt, dass man Crowdfunding-Ansätze implementieren wolle, um sich die hippen Produkte junger Startups für den eigenen Marktplatz zu sichern. Es gibt aber auch bereits etablierte Geschäftsmodelle, die schon vor Jahren den Crowdfunding-Gedanken verinnerlicht haben, als der Begriff noch nicht einmal wirklich geprägt war. Ein solches Beispiel ist eine der vermutlich interessantesten eCommerce-Firmen aus dem Weinhandel. Die Rede ist von der britischen Firma Naked Wines, die bereits im Jahr 2008 gegründet wurde.

eCommerce mit Crowdfunding-Anleihen

Auf den ersten Blick ist Naked Wines ein konventioneller Weinhändler, wären da nicht zwei unterschiedliche Preise für den jeweils gleichen Wein. Es gibt den Normalpreis und den günstigeren “Angel Price”. Angels sind Weinenthusiasten, die jeden Monat 20 GBP auf ihr Kundenkonto bei Naked Wines einzahlen. Das Guthaben kann dann zum günstigeren Angels Price in Wein umgemünzt werden. Naked Wines investiert die Spargroschen von angeblich über 200.000 Angels (aus dem UK, den USA und Australien) in talentierte junge Winzer, die herausragende Weine produzieren. Im Gegenzug verpflichten sich diese, ihre Weine an Naked Wines zu Großhandelspreisen zu verkaufen. Diese Vorteile werden an die Angels weitergegeben. Zudem verpflichten sich die Weinproduzenten mit der Weincommunity von Naked Wines zu kommunizieren. Naked Wines ist also auch ein Chatroom für Winzer und Trinker.

Angels finanzieren auch große Wein-Ventures

Aus den monatlichen Sparraten der Weinliebhaber werden durchaus große Summen, die in die Weinproduzenten investiert werden können. Zudem hat Naked Wines eine Anleihe aufgelegt mit einem Volumen von fünf Millionen GBP. Das ist eine Menge Holz, so dass auch – wie aktuell – schon einmal eine Millionen Dollar an einen Winzer in Kalifornien überwiesen werden können. Dieser Ansatz macht Naked Wines zu einer Mischung aus Weinhändler und einer Investment Bank für Vinologen. Der zugrunde liegende Crowdfunding-Ansatz hilft dabei, sowohl Kunden als auch Lieferanten an das eigene Unternehmen zu binden. Dies offenbar sehr erfolgreich: Bereits im Jahr 2012 habe man über 50 Millionen Dollar Umsatz gemacht.

Der unkonventionelle Ansatz ist sicherlich Grund genug, dass Naked Wines in der Weinbranche nicht nur Freunde hat. Übrigens gehört die Mehrheit an Naked Wines der deutschen Firma WIV Wein International AG. Es wäre sicher hoch interessant, wenn die Anteilseigner das Geschäftsmodell auch nach Deutschland tragen würden.

Der Erfolg von Naked Wines sollte auf jeden Fall alle eCommerce-Händler motivieren, darüber nachzudenken, wie Crowdfunding-Ansätze genutzt werden können, um das eigene abgestammte Geschäft zu fördern.

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