Was könnte die Volksbank Osnabrück vom Crowdfunding-Phänomen lernen?

VolksbankOsnabrückInsbesondere die Crowdfunding-Enthusiasten und p2p-Marktplatzfans werden nicht müde auf den disruptiven Charakter der neuen FinTech-Ansätze hinzuweisen und vom mangelnden Vertrauen in den Bankensektor nach der Bankenkrise hinzuweisen. Zwar wachsen die neuen Formen der Liquiditätsbeschafftung dynamisch, deswegen hat der klassische Bankensektor natürlich seine Berechtigung nicht verloren und wird auch auf absehbare Zeit nicht vollständig von den FinTech-Startups abgelöst. Dennoch sollten sich die Banken natürlich mit dem Phänomen Crowdfunding intensiv auseinandersetzen und überlegen, was man auch für das klassische Geschäft daraus ableiten kann.

Volksbanken sind bisher nicht untätig

Die Volksbanken sind nicht untätig und haben z.B. mit der Dachplattform viele-schaffen-mehr.de ein Vehikel geschaffen, um den Kunden vor Ort die große, weite Welt des donation based und reward based Crowdfunding zu eröffnen. Die Volksbanker aus Berlin hat sich an Bergfürst beteiligt und schielen damit auf das equity based Crowdfunding. Die Genossenschaftsbanken sind also gedanklich durchaus weiter als andere Banken. Dies hat das auch mit den genossenschaftlichen Wurzeln zu tun. Der gedankliche Vorsprung kann aber noch ausgebaut werden.

Crowdfunding kann auch Impulse für das klassische Geschäft bringen

Ein immer wieder genannter Vorteil des Crowdfundings ist der Werbeeffekt, der damit potentiell oder tatsächlich verbunden ist. Hier könnte jede Volksbank und ganz sicher auch die Volksbank Osnabrück, die aus lokalen Gründen hier benannt wird, sicher am einfachsten bei den Crowdfunding-Plattformen abkupfern. Dazu braucht es gar nicht viel, nur etwas Kreativität.
Angenommen ein Gastronom benötigt einen Kredit. Warum sollten die Osnabrücker Genossenschaftsbanker, um den Kunden zu gewinnen oder zu binden, zum Kredit nicht zusätzliche Werbeoptionen anbieten? Vielleicht sogar, um einen höheren Zins zu erzielen?

Der erwähnte Gastronom könnte beispielsweise die Möglichkeit erhalten über die Volksbank, ähnlich wie über das Osnabrücker City Schecks-Gutscheinbuch einen Coupon an die tausenden von Volksbankkunden zu distribuieren. Noch besser wäre es, wenn diejenigen Kunden, die auch Genossenschaftsanteile halten, einen weiteren, wertigeren Gutschein erhalten. Dies wäre dann die Ableitung aus den Perks beim reward based Crowdfunding, wo die Rewards mit steigendem Engagement ebenfalls höherwertiger werden. Der erste Gutschein könnte beispielsweise ein Freigetränk zu einem Essen sein, der wertigere Gutschein zwei Essen zum Preis von einen. Natürlich sollte der “Reward” so gestrickt sein, dass der Gastronom von der Volksbank zusätzliches Geschäft vermittelt bekommt. In der Konsequenz sichert dies auch die Bonität des Kreditnehmers und ein gutes Verhältnis zu seiner Bank. Darüber hinaus profitieren die Kunden und Genossen.

And last but Not least ergibt sich für die Volksbank Osnabrück die Möglichkeit (solange der Medienhype um das Thema Crowdfunding nicht vollkommen ausgelutscht ist), mit Hilfe eines solchen “crowdfunding inspirierten” Kredites ein wenig auch überregionale PR zu ergattern. Der VFL Osnabrück hat vorgemacht, was in dem Bereich möglich ist.

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Die Kommentare sind geschlossen.