Traditionelle Geschäftsmodelle reisen erfolgreich auf Crowdfunding-Ticket

Crowdstreet ResearchDass auch traditionelle Geschäftsmodelle den Crowdfunding-Ansatz adaptieren, ist für Crowdstreet-Leser nichts Neues. Dennoch sollen an dieser Stelle einige Best-Practice-Ansätze noch einmal aufgeführt werden. Insbesondere eCommerce-Firmen mit einer empathischen oder besonders treuen oder sehr großen Kundschaft, sollten sich von den Beispielen inspirieren lassen und prüfen, ob man nicht in analoger Weise von Crowdfunding-Ansätzen Modellen profitieren könnte.

NakedWines: Bei NakedWines zahlen Wein-Enthusiasten im Voraus für ihren Wein und werden hierdurch zu Angels. Hierdurch bekommen die Angels Zugriff auf tolle Weine von ausgewählten Weingütern zu Vorzugspreisen. Die Weinmacher bringen sich darüber hinaus in die Community auf NakedWines ein, so dass der Weinliebhaber sich nicht nur über sehr spezielle Weine, sondern auch über einen direkten Draht zum Winzer freuen kann. NakedWine hat über das Presales-Modell hinaus auch Anleihen aufgelegt, in die Weinfans investieren konnten, was dem equity based Modell entspricht. Auch diese Mittel werden in Weingüter investiert.
Die Engagements bei den Winzern sind keine Peanuts, sondern dabei geht es durchaus um das ganz große Geld. Vorgestern wurde bekannt, dass ein Vater-Tochter-Gespann aus Italien 750.000 Dollar über NakedWines zufließen.

Spieleschmiede: Spieleschmiede ist die (reward based) Crowdfunding-Plattform des Online-Shops Spiele-Offensive.de. Auf der Plattform werden laufend Projekte präsentiert, die einen Bezug zum Thema Gesellschaftsspiele haben. In rund 13 Jahren hat der Onlineshop über 500.000 affine Kunden gewonnen, die man mit Hilfe der Spieleschmiede natürlich noch enger an das eigenen Geschäft binden kann. Das Crowdfunding ermöglicht es den Kunden zu einem neuen Spiel aktiv beizutragen und so das Sortiment des Onlineshops partiell mitzubestimmen. Die Plattform selber kann ihr Geschäftsmodell auch verlängern, da man zu einer Art Fulfillment-Partner für die Spieleentwickler wird. Dazu profitiert man vom den Marketingeffekten der Crowdfundings.

100fans: 100fans ist die Crowdfunding-Plattform der Münchener Verlangsgruppe GmbH. Mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform kann der Verlag neue Autoren für sein klassisches Geschäfts akquirieren. Gleichzeitig werden die Leser in die Auswahl von Autoren und Titeln miteinbezogen. Originäre Aufgaben eines Buchverlages werden also an die Crowd outgesourced. Im Gegensatz zu den beiden oben genannten Beispielen existieren im Buchbereich allerdings Wettbewerber, die die Kombination aus Verlag und Crowdfunding-Plattform und Verlag bereits im Rahmen ihrer Gründung in sich vereinen. Erfolgreiche Startups in diesem Segment sind Pentian im Spanien/USA und unbound im UK.

Amazon/Youtube/Google: Amazon, Google und Youtube sind Plattformen, die jeweils über eine gigantische Reichweite verfügen. Beide Unternehmen haben Modelle angekündigt bzw. partiell umgesetzt, bei denen man auf Crowdfunding setzt. Youtube und Google wollen Modelle etablieren, bei denen es um die Monetarisierung von Content geht. In beiden Fällen als Alternative zur Finanzierung durch Adsense also durch Werbung. Amazon will eine “end-to-end-Platform for startups” etablieren, mit der man in direkte Konkurrenz zu Kickstarter und Indiegogo steht.

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