„Hotel-Crowdfunding kann als Teil eines Finanzierungsmixes gesehen“ – Interview mit Hansjörg Kofler (furniRENT)

hotel-crowdfundingKlaus-Martin Meyer: Herr Kofler, Sie sind Geschäftsführer der furniRENT GmbH. Könnten Sie ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Hansjörg Kofler: furniRENT wurde 2002 gegründet und ist Marktführer für mietbare Hoteleinrichtungen in Deutschland, Österreich und Südtirol. Wir sehen uns selbst als Partner von pächter- und eigentümergeführten Hotels und unterstützen diese bei der Finanzierung von notwendigen qualitätsverbessernden Investitionen. Außerdem kümmern wir uns um die Planung der Hoteleinrichtung sowie um Beschaffung, Produktion und Montage. All das inkludiert eine Festpreis- und Fertigstellungsgarantie.

Klaus-Martin Meyer: Mit hotel-crowdfunding.com haben Sie dieser Tage ein neues Projekt gestartet. Wie kam es zu der Idee und warum passt der Ansatz gut zu Ihren bisherigen Aktivitäten?

Hansjörg Kofler: Durch unsere Tätigkeit im Bereich der Finanzierung von Hoteleinrichtungen kennen wir schon länger die finanziellen Herausforderungen, mit denen Hoteliers konfrontiert sind. Aus diesem Grund haben wir die innovative Finanzierungsalternative Hotel-Crowdfunding ins Leben gerufen. Hotel-Crowdfunding kann als Teil eines Finanzierungsmixes gesehen werden und sowohl mit Förderungen und Bankkrediten als auch mit unserem furniRENT Miet- und Mietkauf-Service kombiniert werden. Zusätzlich profitieren Hoteliers bei einer Hotel-Crowdfunding-Kampagne noch von einem enormen Marketingeffekt und einer von Neuem gelebten Gästebindung.

Klaus-Martin Meyer: Um welche Art von Crowdfunding handelt es sich, wenn man auf Ihrer Plattform investiert? Geht es nur um Rewards in Form von Gutscheinen oder erhält man diese on top auf eine normale Verzinsung?

Hansjörg Kofler: Wir haben uns für ein Reward-Based Crowdfunding-Modell entschieden. Einerseits, um es für den Produktwerber (Hotelier) einfacher im Handling zu gestalten, andererseits für den Investor als Sicherheit, da dieser die Wertgutscheine inkl. Bonifikation jährlich analog zur Projektdauer einlösen kann. On top gibt es noch individuelle, ganz persönliche Zusatzleistungen – je nach Projekt.

Klaus-Martin Meyer: Sie arbeiten bei der Umsetzung mit Conda zusammen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Hansjörg Kofler: Als wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, haben wir uns bereits bestehende Plattformen in Österreich beobachtet und Gespräche geführt. Ausschlaggebend für Conda war der sehr professionelle Umgang in den Bereichen Recht und Steuerrecht sowie das Know-How und die Erfahrung in diesem Segment. Positiv beeinflusst hat uns zudem die Tatsache, dass sich Conda zuletzt im D-A-CH Raum weiterentwickelt hat, was unserer Strategie sehr entgegenkommt, da wir diese Märkte bereits seit Längerem bearbeiten. Im Sinne von Kompetenz und Transparenz ist es uns überaus wichtig, hier mit Conda einen sehr guten Systempartner zu haben.

Klaus-Martin Meyer: Erfahrungsgemäß ist der schwierigste Part beim Start einer Plattform hinreichend viel Traffic auf der Angebots- und der Nachfrageseite zu generieren. Wie wird Ihnen diese Aufgabenstellung gelingen?

Hansjörg Kofler: Wir sind hier von Conda gut vorbereitet worden. Auf die Entwicklung der Angebotsseite wirken sich die immer schwieriger werdenden Bedingungen im Bereich der Finanzierung der Hotellerie nicht negativ aus. Alternative Finanzierungslösungen sind mehr denn je gefragt. Nachfrageseitig sehen wir das Potential beim Hotel-Crowdfunding bei den Stammgästen, die jeder Hotelbetrieb hat bzw. durch Investitionen in Qualitätsverbesserungen wieder- oder neu dazugewinnen kann.

Klaus-Martin Meyer: Welches Feedback erhalten Sie aus der Hotellerie für Ihren innovativen Finanzierungsansatz? Ist man da aufgeschlossen oder eher reserviert?

Hansjörg Kofler: Wir haben unser Projekt gerade erst gestartet und dabei ein sehr gutes Feedback erhalten. Das Interesse ist groß. Es ist hier aber sicherlich notwendig, noch viel Pionierarbeit zu leisten, um das Crowdfunding in die Hotelleriebranche zu bringen. Weil es jedoch eine Teillösung für eines der brennendsten Probleme dieser Sparte darstellt, bin ich sehr optimistisch. Wie schnell es geht, werden wir sehen. Da aber die Plattform für uns eine Zusatzdienstleistung darstellt, können wir dem Projekt jene Zeit geben, die es braucht.

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