Commuter Club – Interessantes Startup im p2p-Ökosystem

Commuter-ClubAktuell findet auf Seedrs ein interessantes Crowdfunding für ein Startup statt, dass in der Liste der “hottest FinTechs in Europe” von “The Fintech50 2015” aufgeführt wird. Die Financial Times schreibt in Bezug auf das Geschäftsmodell von einer “Innovation to Watch”. Man mag über die Relevanz solcher Hitlisten bzw. Vorschußlorbeeren denken wie man will, dennoch hat es die Firma Commuter Club verdient, dass man sich näher mit ihr befasst.

Commuter Club dockt mit eigenem Geschäftsmodell an p2p-Marktplatz an

Commuter Club zielt auf den mit vier Milliarden GBP bezifferten Markt für Monats- und Jahrestickets im öffentlichen Nahverkehr ab. Mit Hilfe des Angebots von Commuter Club sollen den Kunden die Schmerzen beim Erwerb von Jahreskarten lindern, damit diese zu Ungunsten von Wochentickets auf Jahresabos umsteigen. Der Kunde profitiert von der Ersparnis, die durchaus substanziell sein kann (ca. 15 bis 30 Prozent). Die Finanzierung wird dabei durch die p2p-Plattform Ratesetter bereitgestellt. Commuter Club selber monetarisiert seine Leistung mit einer Gebühr pro Ticket. Obwohl die Kredite zur Finanzierung der Fahrkarten weitergereicht werden, untersteht Commuter Club selber der Regulierung der FCA, der britischen Finanzmarktaufsicht.

Ziele sind keine Peanuts

Commuter Club hat die eigene Plattform mit rund 1500 Kunden getestet und dabei ein Kreditvolumen von 2,5 Millionen GBP generiert. Nun will man den Ansatz skalieren. Hierzu sollen via Seedrs 550.000 GBP akquiriert werden. Reichlich 400.000 GBP wurden Stand heute bereits erreicht. Die Plattform avisiert ein Volumen von 100 bis 200 Millionen GBP zu erreichen. Das interessante am zugrunde liegenden Markt ist, dass die Jahresfahrkarten – wie der Name schon sagt – jedes Jahr erneuert werden müssen. Aufgrund dieses Sachverhalts will man über die Jahre eine loyale Kundenbasis aufbauen, der man auch andere Dienstleistungen anbieten kann. Kooperationen mit Uber, Fitness First oder Time Out wurden bereits vereinbart bzw. sind denkbar. Sicherlich kann das Modell auch auf andere internationale Märkte und Themen übersetzt werden. Aufgrund der spitzen Zielgruppe und der win-win-Konstellation sollte ein signifikanter des Wachstums durch Mundzumundpropaganda generierbar sein.

Kooperation auch für Ratesetter interessant

Weil man die Kredite an den Kauf von Tickets für den ÖPNV bindet erreicht man eine interessante berufstätige Klientel mit angeblich wenigen Kreditausfällen und einer hohen Quote von bestätigten Darlehen. Erreicht Commuter Club tatsächlich die avisierten 100 bis 200 Millionen GBP an Volumen, dann ist das Geschäftsmodell auch für Ratesetter kein Pappenstil sondern ein signifikanter Volumenbringer.

Exkurs: Lendico gab Anfang Februar eine Kooperation mit der Firma Seracel bekannt. Seracel reicht ähnlich wie Commuter Club Kreditwünsche zur Finanzierung einer Dienstleistung an die p2p-Plattform weiter. Im Unterschied zu Commuter Club basiert allerdings nicht das ganze Geschäftsmodell auf der Kooperation, sondern es handelt sich eher um eine normale Absatzfinanzierung. Beiden Fällen ist auf jeden Fall gemein, dass man gänzlich auf die Einschaltung von Banken verzichtet.

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