Wird China der zukünftige Hotspot für Crowdlending?

Crowdfunding China China reklamiert für sich, dass man angesichts eines bisher realisierten nationalen Gesamtvolumens von 40 Milliarden Dollar der größte Markt für p2p-Kredite auf dem Globus sei. In diesen Zusammenhang passt eine Meldung aus dem Wall Street Journal vom 16. April, wonach der marktführende einheimische Player Lufax eine Kapitalerhöhung mit einer Bewertung von knapp zehn Milliarden Dollar realisiert hat. Lufax toppt damit die Werte von Lending Club und Prosper. Angesichts des vergleichsweise späten Gründungsjahres 2012 ist das Wachstum sehr dynamisch. Lufax hat bisher 200.000 Kredite mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Dollar vermittelt. Nach Informationen des WSJ wurden diese Kredite von Kleinanlegern und nicht etwa von Institutionen gezeichnet, die für das Gros des Kapitals auf den US-Plattformen verantwortlich zeichnen. Lumax will das frische Kapital dazu nutzen, eine dominierende Plattform auf dem chinesischen Markt zu werden. Natürlich sieht man auch Wachstumsoptionen in Kooperation mit institutionellen Anlegern.

Multichannel Strategie ungewöhnlich

Interessanter Weise ist Lufax kein konventioneller “online only” Player. Vielmehr unterhält man rund 100 Offline-Filialen, wo die Kunden Kredite arrangieren können. Zudem werden die Kreditnehmer vor dem Erstkredit per Telefon interviewt. Langfristig wird sich aber auch in China der Trend in Richtung eines ausschließlich Web basierenden Geschäftsmodells entwickeln. Aufgrund der Größe des Heimatmarktes könnten sich dann die weltweit relevantesten p2p-Player in China entwickeln, wenn Lending Club und Konsorten nicht sehr dynamisch internationalisieren. So wie es aktuell bereits Experten gibt, die nicht ausschließen, dass Alibaba eines Tages eine auch global dominierende eCommerce-Maschinerie wird, so könnten Firmen wie Lufax, die ihre Muskeln in China mit Hilfe eines Heers von potentiell hunderten von Millionen Kreditnehmern gestählt haben, den internationalen p2p-Kreditmarkt kräftig aufmischen.

Fazit: Auch und gerade den chinesischen Markt sollten sich Branchenanalysten, die sich mit Crowdlending befassen, auf die Beobachtungsliste setzen. Ob die oben angedeutete dynamische Entwicklung tatsächlich eintreten wird, hängt ganz entscheidend davon ab, ob die kommunistische Regierung diese durch eine rationale Regulierung langfristig zulassen wird.

Markiert mit .Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

One Response to Wird China der zukünftige Hotspot für Crowdlending?

  1. Andrea Funk sagt:

    Danke, Klaus-Martin,
    für diesen tollen Beitrag! – Du triffst den Nagel auf den Kopf 🙂