„Wir haben bei der Finanzierung der Stoffentwicklung und Produktion des Films bewusst auf das Beantragen von staatlichen Subventionen in Form von Filmförderung verzichtet.“ – Interview mit Henrik Regel (Produzent „WIE MÄNNER ÜBER FRAUEN REDEN“)


wasmännerüberfrauenredenKlaus-Martin Meyer:
Henrik, Du bist einer der beiden Produzenten des bereits abgedrehten Films „WIE MÄNNER ÜBER FRAUEN REDEN“. Könntest Du dich und die Komödie bitte kurz vorstellen?

Henrik Regel: Ich bin 35 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Berlin und seit meinem 19. Lebensjahr selbständig tätig. Vor allem im Musik- und Filmbereich. Wir haben eine authentische Berliner Großstadtkomödie gedreht. Er zeigt eine Gruppe unterschiedlicher Freunde und ihre Probleme, mit dem Erwachsenwerden zurechtzukommen.

Klaus-Martin Meyer: In Deutschland ist für gewöhnlich die Filmförderung ein wichtiger Faktor. Wie geht dies zusammen mit einem Crowdfunding? Was sind die Unterschiede, um an die jeweiligen Gelder zu kommen?

Henrik Regel: Wir haben bei der Finanzierung der Stoffentwicklung und Produktion des Films bewusst auf das Beantragen von staatlichen Subventionen in Form von Filmförderung verzichtet. Dies hat zu einer in Deutschland einzigartigen inhaltlichen Unabhängigkeit während der gesamten Produktionsphase geführt. Das Einbeziehen der Crowd in die Finanzierung der Vermarktungsphase des Films ist für uns die ideale Lösung zum Bewahren unserer Unabhängigkeit in der Phase der Veröffentlichung.

Klaus-Martin Meyer:  Stromberg war der erste Versuch mit einem Crowdfunding einen Film zu finanzieren. Die Rendite war allerdings eher übersichtlich. Wie sind die Chancen bei Euch sein Geld zu verzinsen?

Henrik Regel: Im Unterschied zu Stromberg finanzieren wir keine Idee, sondern einen fertigen Film. Ein weiterer großer Unterschied zur Stromberg-Variante ist, dass die Crowdinvestoren bei uns an der gesamten Verwertungskette des Films partizipieren. Bei Stromberg war es auf die Kinokasse reduziert. Dieses Modell können wir aufgrund unserer insgesamt freien Finanzierung anbieten.

Klaus-Martin Meyer: Das Funding ist recht gut angelaufen. Wie habt Ihr Euch vorbereitet, damit das Funding ein Erfolg wird? Oder habt Ihr Euch im Wesentlichen auf die Crowd von Companisto verlassen?

Henrik Regel: Wir haben uns auf die Präsentation der Qualität unseres Films  und eine möglichst nachvollziehbare Darstellung unseres bisherigen Weges konzentriert. Das Finanzierungsmodell ist möglicherweise für den deutschen Film, der gemeinhin von staatlichen Subventionen abhängig ist, auch eine interessante Alternative für die Zukunft.

Klaus-Martin Meyer: Eine Frage noch zur Wahl der Plattform. Habt Ihr auch andere Wege eruiert? Kickstarter startet dieser Tage in Deutschland und ein Reward Based Funding sollte aus Produzentensicht ja lukrativer sein?

Henrik Regel: Wir haben die Erfolgsgeschichte von Companisto schon länger verfolgt und uns somit ganz bewusst für diese Plattform entschieden.

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