„Das CrowdPatent Konzept stärkt geistiges Eigentum nachhaltig“ – Interview mit Yorck R. Hernandez zum Start der neuen Crowdfunding-Plattform

crowdpatentKlaus-Martin Meyer: Herr Hernandez, Sie sind Geschäftführer der Firma Crowd IP GmbH. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Yorck R. Hernandez: CrowdPatent ist weltweit die erste Crowdfunding Plattform für Erfindungen und deren Vermarktung. CrowdPatent bringt Erfinder, Unterstützer und die Industrie bei der Vermarktung von Patenten zusammen. CrowdPatent, die Erfinder & die Mikroinvestoren (Funder) profitieren finanziell von der Patentvermarktung. Als „First Mover“ hat CrowdPatent die einzigartige Lösung des integrierten Patentmarketings: „ab der Erfindung bis zum Verkauf & der Vermarktung der Schutzrechte“. Für den Technologietransfer agiert CrowdPatent als Inkubator qualitätsgeprüfter Innovationen.
Durch unser Crowdfunding-Portal www.crowdpatent.com sammeln & investieren wir Kapital zum Patentschutz der Erfindungen in möglichst vielen Ländern….
Ich bin deutscher und europäischer Patentanwalt, bin seit 2002 im Patentbereich tätig und betreibe seit 2006 eine Patentanwaltskanzlei. Besondere Expertise habe ich beim Verfassen von Patentgutachten, bei Patentverletzungsverfahren und bei internationalen Lizenzverhandlungen.

Klaus-Martin Meyer: Wie entstand die Idee, die notwendigen finanziellen Mittel für Patentanmeldungen mit Hilfe von Crowdfundings aufzubringen?

Yorck R. Hernandez: Mein Mit-Gründer Dr. Gunnar Eisenberg ist selbst ein sehr aktiver Erfinder und hat sein erstes Unternehmen basierend auf einigen seiner Innovationen aufgebaut. Ich habe ihn dabei pro-bono bei allen Patent- und Markenangelegenheiten unterstützt. Da der Aufwand immer mehr wurde haben wir uns gemeinsam überlegt, wie man das Problem der Kosten und des Risikos für die Erfinder verhindern könnte. Schließlich führt genau dieses Problem dazu, dass viele Innovationen verloren gehen. Dabei stand für uns immer im Vordergrund, dass es auch ein guter „Deal“ für den Erfinder sein muss, so dass wir mit unserem Konzept Innovationen auch wirklich fördern. Ferner müssen die Geldgeber die Möglichkeit haben, ohne Umwege direkt an den Erlösen aus einer Vermarktung beteiligt zu werden.

Klaus-Martin Meyer: Deutschland gehört in die Spitzengruppe derjenigen Länder, in denen besonders viele Patente angemeldet werden. Kann man hieraus auch einen Wettbewerbsvorteil für Sie als Betreiber einer Crowdfunding-Plattform, der von Deutschland aus agiert, ableiten?

Yorck R. Hernandez: Definitiv. Deutschland genießt weltweit den Ruf besonders innovativ zu sein. Darüber hinaus ist Deutschland bekannt für sein effizientes und qualitativ sehr hochwertiges Patentsystem. Daher bewerben wir unsere Plattform ganz bewusst mit dem Qualitätssiegel „Made in Germany“. Deutschlands wichtigstes Exportgut ist geistiges Eigentum. CrowdPatent revolutioniert den Patentmarkt, indem Erfindung und Crowd-Investoren zusammengebracht werden, um gemeinsam Erfindungen zu schützen und zu vermarkten. Damit geben wir Crowd-Investoren erstmalig die Möglichkeit, sich am Erfolg von Erfindungen zu beteiligen.

Klaus-Martin Meyer: Wird es unter dem Strich mit Hilfe der Crowd zukünftig mehr Patentanmeldungen geben? Sind Crowdfundings – weil sie nicht zum Ziel führen könnten – im Zweifel auch mit Risiken für die Erfinder/Entwickler verbunden?

Yorck R. Hernandez: Das CrowdPatent Konzept stärkt geistiges Eigentum nachhaltig und ermöglicht den Schutz von Erfindungen, die mangels finanzieller Ressourcen bisher nicht geschützt werden konnten. Dadurch wird es mit Hilfe der Crowd zukünftig mehr Patentanmeldungen geben. Dabei versteht sich CrowdPatent als Inkubator qualitätsgeprüfter Erfindungen, so dass Patentanmeldungen generiert werden, die von Interesse für die Industrie sind. Die Erfinder/Entwickler gehen bei der Nutzung der CrowdPatent Plattform keinerlei Risiko ein, da bei uns das „Alles-oder-Nichts“ Prinzip gilt. Sollte also ein Funding nicht die erforderliche Mindestfundingsumme von 10T€ bringen, so geben wir dem Erfinder die Möglichkeit die Erfindung auf eigene Kosten zur Patentanmeldung zu führen.

Klaus-Martin Meyer: Könnten Patente mit Hilfe Ihrer Plattform zu einer echten Assetklasse werden? Kann man sagen, welche Erträge Investments in Patente in der Vergangenheit gebracht haben. Spezielle Fonds kann man ja auch bei der Hausbank kaufen.

Yorck R. Hernandez: Vorab möchte ich hervorheben, dass wir uns ganz stark von bekannten Patent-Fonds unterscheiden und das CrowdPatent Konzept nicht damit zu vergleichen ist. Erfindungen, die wir zur Patentanmeldung führen, müssen einen mehrstufigen Qualitätsprüfungsprozess durchlaufen. Wir sammeln also qualitativ hochwertige Erfindungen aus unterschiedlichen Quellen. Wir bieten keinen Fonds an, bei uns erfolgen Investments pro Erfindung. Trotzdem empfehlen wir den Crowd-Investoren natürlich ihre Investition auf unterschiedliche Erfindungen zu verteilen, um Risiken zu senken. Für den Crowd-Investor sollte auch nicht die Erfindung an sich im Vordergrund stehen. Wir ermöglichen mit dem CrowdPatent Konzept ein „Investment 2.0“, da wir Erfindungen zu einer echten Assetklasse machen. Die Jahresberichte des US amerikanischen Brokers IP Offerings zeigen, dass für Patente durchschnittliche Verwertungserlöse von 250T€ erzielt werden. Demgegenüber stehen durchschnittliche Erstellungskosten von 22T€. Diese Werte zeigen, dass Erfindungen ein lohnendes Investment sind.

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