„Es gibt auf jeden Fall Parallelen zwischen einem Börsengang im Jahr 1999 und einem Crowdfunding im Jahr 2015.“ – Interview mit Paulus Neef zum Crowdfunding für UNYTE – Yoga for everyone!

UNYTEYOGAKlaus-Martin Meyer: Herr Neef, könnten Sie sich und ihr Startup UNYTE bitte kurz vorstellen?

Paulus Neef: Meine Name ist Paulus Neef und ich bin Gründer und Geschäftsführer von UNYTE – Yoga for everyone!. In den letzten Jahren habe ich unter anderem die Firma Pixelpark gegründet und 1999 erfolgreich an die Börse gebracht. In den darauffolgenden Jahren habe ich gemeinsam mit namhaften Partnern wie Goldman Sachs, Deutsche Bank, Axel Springer und Daimler Chrysler zukunftsorientierte Firmen gegründet.
Vor mittlerweile drei Jahren entstand die Idee zu UNYTE. Der immer schneller werdende Alltag mit Druck im Beruf und im Privatleben sorgt dafür das mehr und mehr Menschen unter psychischen Störungen leiden die durch Stress verursacht werden. Ich kannte das von mir selbst, wie gehetzt man durch den Tag rennt. Eines Tages bin ich dann zum Yoga gekommen und habe gemerkt, dass das genau der Ausgleich war den ich brauchte.
Das Yoga dem Körper und Geist guttut wissen mittlerweile die meisten Menschen, aber sie werden von Vorurteilen gegenüber Yoga abgehalten es auch auszuprobieren: Yoga ist zu esoterisch, zu teuer und die Öffnungszeiten der Studios sind nicht kompatibel mit einem Vollzeitjob. Diese Hürden und den Markt haben mein Team und ich uns genau angeschaut und das Konzept zu UNYTE – Yoga for everyone! kreiert.  Wir bieten flexible Öffnungszeiten, hochwertige Studioausstattung in Toplagen und klar verständliche Trainingsprogramme mit hervorragenden Lehrern. Unser Ziel ist es, mit dem besten Angebot und Service bisherige Hürden abzubauen, um so Yoga allen Menschen zugänglich zu machen und zum führenden Yoga-Anbieter zu werden. 

Klaus-Martin Meyer: Aktuell wollen Sie mit Hilfe der Crowd von Companisto Kapital einwerben. Was ist die primäre Motivation?

Paulus Neef: Es gibt drei Punkte, die für unsere Motivation über Companisto Kapital einzusammeln, eine Rolle gespielt haben. Zum einen natürlich die Finanzierung selbst: Wir haben eine große Schnittmenge zwischen unserem ‚for everyone’-Konzept und dem Ansatz des Crowdfundings, das ja die ebenfalls Venture Capital und Startup-Finanzierung aus dem Elfenbeinturm der professionellen Anleger holt und einer breiten Öffentlichkeit zuführt. Der Ansatz von UNYTE ist es, alle Menschen zu erreichen und jedem auch zu ermöglichen Teil des Vorhabens zu werden. Eine Crowdfunding-Kampagne gibt allen, die ein Interesse daran haben, die Möglichkeit in spannende und innovative Ideen zu investieren – gleichgültig der Höhe ihres Investments.
Gleichzeitig erhalten wir durch Companisto eine hohe Reichweite und mediale Aufmerksamkeit gleich zu Beginn. Diese können wir nutzen, um UNYTE bekannt zu machen und die Menschen von Anfang an mit auf unsere Reise zu nehmen. Ein weiterer Effekt ist die Kundenakquise.

Klaus-Martin Meyer: Gibt es Parallelen zwischen einem Börsengang im Jahr 1999 und einem Crowdfunding sechzehn Jahre später?

Paulus Neef: Es gibt auf jeden Fall Parallelen zwischen einem Börsengang im Jahr 1999 und einem Crowdfunding im Jahr 2015. Ein IPO, also ein Börsengang, bedeutet ‚intial public offering’ und meint das erste Mal öffentlich gehen. Genau das ist mit unserem Crowdfunding heute auch passiert. Wir sind das erste Mal mit unserer Idee und dem Konzept UNYTE an die Öffentlichkeit gegangen. Wir sind in einen  offenen und transparenten Dialog mit der Öffentlichkeit – und vor allem natürlich mit der Crowd getreten. Für ein Unternehmen kann sowohl ein Börsengang als auch Crowdfunding eine große Chance sein, sofern es richtig gemacht wird.

Klaus-Martin Meyer: Die Fragen im Investorenbereich bei Companisto sind z.T. sehr kritisch und zeugen von einer intensiven Beschäftigung mit dem Geschäftsmodell. Wie sehen Sie das Feedback der Companisten?

Paulus Neef: Auf mich wirkt es sehr positiv. Es zeigt, dass es ein Thema ist mit dem sich die Leute befassen und  dabei kommen natürlich auch Fragen auf. Auch für mich gab es am Anfang meiner Recherchen Fragen.
Wir sind mit einem neuen Modell auf die Leute zugegangen und bringen Gegensätze zusammen, nämlich das traditionelle Yoga mit unserer urbanen Gesellschaft. Das kann und muss differenziert gesehen werden.
Dies gilt für die kritischen Nachfragen, wie den positiven Zuspruch. Schön für uns zu sehen ist, dass wir auch jede Menge positive Kommentare erhalten. Durch Companisto sowie durch die Kommunikation in den Social-Media-Kanälen haben wir erneut gemerkt, dass es viele Menschen gibt, die auf etwas wie UNYTE gewartet haben und die Zeit reif dafür sehen. Das motiviert uns natürlich umso mehr.
Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie ja auch, dass wir auf alle Fragen kompetente Antworten haben. Das ist sicher ein Prozess, eine Reise die durchlaufen werden muss um dann zum Ziel zu gelangen. Das kenne ich schon aus anderen innovativen Themen und Projekten.

Klaus-Martin Meyer: Was werden aus Ihrer Sicht die zentralen Erfolgsfaktoren für UNYTE sein? Worin liegen die Risiken für die Investoren?

Paulus Neef: Wir haben ein sehr erfahrenes und komplementär zusammengestelltes Team zusammen gebracht in dem jeder Einzelne eine große Expertise in seinem Fach mitbringt.
Vor Jahren haben wir bereits nationale wie auch internationale Studien in Auftrag gegeben und analysiert und auch selber Umfragen durchgeführt. Diese intensive Marktanalyse hat uns geholfen ein Angebot zu erstellen von dem wir glauben, dass es genau auf die Bedürfnisse der Yoga-Interessierten Menschen abzielt. Wir offerieren unseren Mitgliedern lange Öffnungszeiten, die eine Vereinbarkeit mit einem Vollzeitjob gelingen lassen. Darüber hinaus einen attraktiven Preis und eine hohe Kursanzahl innerhalb eines einfach zu verstehenden Kurssystems. Dazu kommen unsere erstklassig ausgebildeten Yogalehrer die eine persönliche Betreuung in den Kursen bieten. So ein Konzept gab es in dieser Form noch nie. Wie bei jedem innovativen Konzept bleibt natürlich ein Risiko, welches wir aber durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Markt und unserem breiten Finanzierungsmodell durch Eigenkapital, Business Angels und Crowdfunding vergleichsweise klein zu halten versuchen.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss noch eine allgemeine Frage zum Phänomen Crowdfunding. Immer mehr etablierte Seriengründer – die sicherlich auch einen einfacheren und kostengünstigeren Zugang zu Kapital haben – spielen die Crowdfunding-Karte. Zeugt dies auch von einer gewissen Reife, die das Crowdfunding in den letzten drei Jahren erreicht hat?

Paulus Neef: Absolut. Wir haben uns auch die internationalen Crowdfunding-Plattformen wie zum Beispiel Kickstarter angeschaut. Es ist mittlerweile so, dass Crowdfunding einen Reifezustand erreicht hat, der selbst klassische Branchen wie Immobilien, Real Estate überzeugt hat. Ein gutes Beispiel dafür ist das Weissenhaus, welches 7,5 Millionen Euro ebenfalls auf Companisto einsammeln konnte. Das wäre noch vor kurzem undenkbar gewesen.

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