„Crowdfunding entwickelt sich zu einer allgemein anerkannten Finanzierungsform.“ – Interview mit Denis Jung zum Start der white-label Crowdfunding-Plattform angelop

angelop_logoKlaus-Martin Meyer: Denis, Du bist Gründer von angelop. Könntest Du dich und angelop bitte kurz vorstellen?

Denis Jung: Hallo Klaus Martin, sehr gerne. – Ich bin Gründer von angelop und angelop crowdservices. Von meiner Ausbildung her bin ich promovierter Ingenieur. Das Thema Gründung hat mich schon lange fasziniert und vor drei Jahren habe ich beschlossen mich im Startup-Bereich unter dem Namen angelop selbständig zu machen. Ich war für verschiedene Unternehmen beratend und als Business Angel tätig. Unter Anderem habe ich Seedmatch schon sehr früh im Bereich Prozesse und insgesamt neun Monate als Dealflow Manager unterstützt. Zuletzt war ich als Mitgründer und COO bei PAYMEY tätig. Anfang des Jahres mussten wir den Geschäftsbetrieb leider einstellen. Dieses Erlebnis war letztendlich der Startschuss für angelop crowdservices. Zusammen mit meinen Partnern bei der attentra GmbH haben wir angelop crowdservices zunächst als Joint Venture betrieben, wandeln uns jedoch gerade mit Zwischenschritten zur GmbH. Nach der PAYMEY Insolvenz waren wir alle sehr unter Druck und wir haben Zusatzgeschäft gesucht mit dem wir im boot strap-Modus schnell Umsätze generieren konnten. Die Idee zu angelop crowdservices bzw. unserem Produkt einer white label crowdinvesting Plattform und Beratung für den Mittelstand hatte ich schon länger im Hinterkopf – auch um eigene Startup-Projekte ohne die üblichen enervierende Investorengespräche (BA, VC, CI-Plattformen) finanzieren zu können. Was viele nicht wissen – Kapitalakquise ist ein echter Produktivitätskiller und sehr zeit- und kostenintensiv. Für viele Startups ist das eine signifikante Belastung, die Ressourcen bindet und von der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts ablenkt. Da traf es sich perfekt, dass wir genau in dieser Zeit eine konkrete Kundenanfrage bekommen haben ob wir nicht ein self-crowdinvesting Projekt stemmen könnten. – Wir konnten! Innerhalb von 6 Monaten sind wir mit dem Projekt live und haben signifikante Umsätze gemacht.

Klaus-Martin Meyer: Woher nehmt Ihr den Optimismus, dass es bereits einen hinreichend großen Markt gibt für eine white-label Crowdfunding-Plattform?

Denis Jung: Crowdfunding entwickelt sich zu einer allgemein anerkannten Finanzierungsform. Das Thema ist nicht mehr nur in der Gründerszene bekannt, sondern Mittelständler und Konzerne schauen sehr genau hin, was die Pioniere des Crowdfundings in Deutschland – z.B. seedmatch und Companisto – bisher erreicht haben und sind von den Ergebnissen beeindruckt. Beispielsweise hat die Clubhaus AG, ein mitteständisches Unternehmen das unter Anderem Golfanlagen entwickelt und betreibt, Crowdfunding als sehr interessante Finanzierungsform erkannt und mit uns das Gespräch gesucht. Dies gab den Ausschlag für die Entscheidung mit dem Tochterunternehmen GolfCity eine white label crowdinvesting Kampagne über die eigene Kundenbasis zu starten – bisher ein großer Erfolg!

Näheres zum Projekt findet Ihr hier: https://www.golfcity-crowdinvesting.de

Klaus-Martin Meyer: Wie ist Eure Marschrichtung für die neue Plattform – ohne Track Record – den notwendigen Dealflow zu akquirieren?

Denis Jung: Mit unserem Projekt für GolfCity können wir auf einen erfolgreichen Proof-of-Concept vorweisen. Das ist mehr als so manche andere Plattform bei Start vorzuweisen hatte.

Wir denken, dass unser Geschäft sehr viel beratungsintensiver ist als das von anderen Crowdinvesting Plattformen. Dafür ist die Auswahl der Projekte leichter und weniger zeitintensiv. Wir bieten Crowdfunding-Kampagnen die auf den Geschäftskunden zugeschnitten sind, sowohl bei Ausgestaltung des Finanzierungskonstruktes als auch in der Kommunikation. Gerade als etabliertes Unternehmen mit zufriedener Kundenbasis ist das interessant, denn dann wollen Sie ja nicht, dass Ihre Kunden fremd durch eine Crowdfuning-Plattform beworben werden. Hier geht es vor allem um Kundenbindung, Gestaltung und Weiterentwicklung der eigenen Marke. Es geht darum, dass Sie Ihre Zielgruppe gezielt und ohne Streuverluste ansprechen können und ohne Störfeuer durch andere Unternehmen bzw. Brands. Das funktioniert nicht über die etablierten Plattformen. Die etablierten Angebote sind hier aus verschiedenen Gründen (z.B. interne Auswahlkriterien, Prozesse, Vertragswerke, Kommunikation gegenüber der Crowd) oft nicht zielführend. Genau hier setzen wir an und können eine Lösung bieten.

Jetzt aber zurück zur Frage – Im Augenblick passen wir unsere Struktur an (auch in Hinblick auf das neue Kleinanlegerschutzgesetz) und testen im Vertrieb verschiedene Wege und Zielgruppen.

Beim Vertrieb setzen wir vor allem auf Kooperationen mit anderen Plattformen, Beratern und digitalen Marketingagenturen die für den Mittelstand arbeiten sowie auf Kaltakquise (das funktioniert weil wir kein Massengeschäft machen und direkt an die Geschäftsführung herantreten können). So erhalten wir Zugang zu einer bereits durch andere erschlossenen Zielgruppe und können einen Teil des Akquise-Aufwands outsourcen.

Wen wir als Zielgunternehmen anvisieren erfahrt Ihr, wenn die nächsten Projekte online sind. Wir wollen potentiellen Wettbewerbern ja nicht zu viele Ideen geben…

Wir sind ein Team von vier High Professionals (CEO & CTO, COO, DBD, CMO) mit viel Erfahrung und sehr gutem Netzwerk. Alle Teammitglieder sind auch Gesellschafter und verdienen rein Umsatz basiert. Das ist Teil meiner Team-Philosophie. Ich möchte mit Unternehmern arbeiten – nicht mit Angestellten!

Klaus-Martin Meyer: Welche Zielgruppen sind aus Eurer Sicht die interessantesten für den Ansatz von angelop

Denis Jung: Zu den Zielgruppen möchte ich wie oben erwähnt nichts sagen. Nur so viel: Unsere Kunden haben alle eine eigene Crowd (Kunden, Netzwerkpartner und Investoren). Wir legen bei unseren Zielunternehmen Wert auf ein etabliertes Geschäftsmodell und zufriedene Kunden oder falls wir uns auf Startups einlassen auf eine sehr große, überzeugte Community die die Vision des Unternehmens teilt und aktiv trägt. Auch hier haben wir schon Kandidaten entdeckt.

Klaus-Martin Meyer: Welche Meilensteine wird angelop bis Jahresende passiert haben?

Denis Jung: Wir werden auf jetzt auf vier Teammitglieder wachsen, zur GmbH wandeln und einen sechsstelligen Umsatz machen. Alles Weitere wird sich ergeben. Ich bin sehr gespannt zu sehen, wie uns der Markt aufnimmt. Davon werden viele Entscheidungen in den nächsten Wochen und Monaten abhängen.

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One Response to „Crowdfunding entwickelt sich zu einer allgemein anerkannten Finanzierungsform.“ – Interview mit Denis Jung zum Start der white-label Crowdfunding-Plattform angelop

  1. Patrick sagt:

    Ein erneuter Beweis dafür, wie schnelllebig vor allem die Start Up Branche ist. Sehr ambitionierte Pläne, allerdings auch gute Zukunftsaussichten.