„Die Crowd-Investoren können sich auf qualitativ hochwertige Start-ups freuen.“ – Interview mit René Seifert zum Start von Venturate

VenturateKlaus-Martin Meyer: Herr Seifert, Sie sind Gründer und Vorstand der Venturate AG. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

René Seifert: Mein Name ist René Seifert und bin seit Jahren als Unternehmer, Business Angel, Mentor und Berater aktiv. Digitale Business-Themen sind mein Steckenpferd. Dass Venturate mit einer innovativen Crowdfunding-Plattform startet (ab dem 29. Juli), ist daher kein Zufall. Unser Alleinstellungsmerkmal in Deutschland heißt “Curated Crowdfunding”. Die Idee ist sehr simpel: Bislang bieten Crowdinvesting-Plattformen Kleinanlegern die Möglichkeit an, in Start-ups zu investieren. Dasselbe bieten wir bei Venturate auch – aber mit einem gewaltigen Unterschied. Die Start-ups auf unserer Plattformen haben bereits einen professionellen Investor, einen so genannter Deal Captain. Dieser hat den Businessplan des Start-ups auf Herz und Nieren geprüft hat und selbst investiert. Das hat für den Crowd-Investor folgende Vorteile: Es liegt eine faire Bewertung des Unternehmens vor, was ein gravierender Pluspunkt ist. Oft sind nämlich Start-ups auf Crowdfunding-Plattformen überbewertet. Bei Venturate dagegen kann der Privatanleger zur selben Bewertung einsteigen kann, wie der Deal Captain. Und er profitiert von seiner Erfahrung, seinem Netzwerk und seinen Kontakten. Zum Beispiel kann der Deal Captain den Gründern viele Fragen beantworten und weiteren gedanklichen Input zum Geschäft des Start-ups liefern. Viele Anfängerfehler können so im Ansatz gleich vermieden werden. Ein neuralgischer Punkt ist natürlich auch das Aufspüren und Überzeugen von weiteren Investoren für das Unternehmen. Manchen Start-ups ging auf halber Strecke die Puste aus, weil keine weiteren finanziellen Mittel mehr zu Verfügung standen. Dazu kann der Deal Captain sein Netzwerk aktivieren, um zusätzliche potenzielle Financiers für das Start-up zu gewinnen. Und natürlich kann er die Türen zu möglichen Industrie-Partnern leichter öffnen. Ergo ist das Investment des Crowd-Investors erfolgsversprechender, wenn ein Deal Captain aktiv an den Geschicken des Start-ups mitwirkt. Der Crowd-Investor profitiert in hohem Maße von der Arbeit des Deal Captains.

Klaus-Martin Meyer: Zunächst war Venturate als „deutsches Angelist“ gestartet, nun wollen Sie eine Art „Curated Crowdfunding“ anbieten. Wie kam es zu dieser Entwicklung und welche Rolle spielte dabei der Einstieg der Finlab AG?

René Seifert: Ich war jahrelang als Business Angel in Deutschland und Indien tätig. Überall trat das gleiche Grundproblem zu Tage: Wie können sich Start-ups und Investoren unkompliziert zusammenkommen. Somit war die Gründungsidee von Venturate eine kostenlose Matchmaking-Plattform anzubieten, um beiden Parteien zu helfen. In den vergangenen 1,5 Jahren unseres Bestehens haben über 400 Start-ups und gut 500 Investoren unser Angebot genutzt. Nun sind wir den nächsten Schritt mit unserer Curated Crowdfunding Plattform gegangen, der dank dem Einstieg der Finlab AG erst möglich wurde. Denn das börsennotierte Unternehmen ist in Finanzthemen bestens beschlagen und verfügt über eine ausgezeichnete Expertise in Sachen Kapitalrecht. Ohne die Hilfe der Finlab AG wäre die rechtliche Ausgestaltung für die Curated Crowdfunding Plattform bei Venturate wesentlich schwieriger geworden.

Klaus-Martin Meyer: Was erwartet die zukünftigen Crowdinvestoren auf Venturate? Ab welchem Mindestticket kann man in welche Themen investieren. Welche Investmentvehikel stehen dabei zur Verfügung und wird es ggf. sogar einen Sekundärmarkt geben?

René Seifert: Die Crowd-Investoren können sich auf qualitativ hochwertige Start-ups freuen. Wir werden interessante und spannende Investment-Möglichkeiten bieten, die ein solides Fundament bieten. Denn: Sind die Wurzeln schon faulig, kann kein stabiler Baum daraus wachsen. Ob das letztlich zum großen Erfolg reicht, hängt natürlich vom jeweiligen Start-up ab – das hat Venturate nicht in der Hand. Wir vermitteln nur Deals, die handverlesen sind und bislang ausschließlich professionellen Investoren zugänglich waren. Dem Crowd-Investor stehen nun solche Deals offen und er kann bereits ab 100 Euro pro Projekt investieren. Die angebotenen Deals sind meist B2C Umfeld zu finden und verfügen über ein digitales Geschäftsmodell. Natürlich werden auch B2B-Start-ups beim Curated Crowdfunding am Start sein. Wichtig ist nur: Die Idee eines Unternehmens soll vermittelt und verstanden werden können – und zwar ohne einen Ingenieurabschluss. Schließlich soll der Crowd-Investor nachvollziehen können, in was er investiert. Nun zur dritten Frage: Natürlich sind wir an einem Sekundärmarkt, also beispielsweise dem Handel mit partiarischen Nachrangsdarlehen, grundsätzlich interessiert – allerdings ist das Zukunftsmusik. Wir haben derzeit mit der weiteren Ausgestaltung und Etablierung des Curated Crowdfundings bei Venturate alle Hände voll zu tun. Was danach kommt, muss sich auch im Kontext der gesamtem Marktentwicklung im Crowdfunding in Deutschland zeigen.

Klaus-Martin Meyer: Eine zentrale Problematik der deutschen Plattformen vor allem im Vergleich zum UK ist eine qualitativ wie quantitativ hochwertige Dealpipeline. Wie wird diese bei Venturate aussehen?

René Seifert: Auf unserer Matchmaking-Plattform sind derzeit 400 Start-ups angemeldet, die schon bestimmte Qualitätskritieren bestanden haben – nur 40 Prozent der Start-ups schaffen den Sprung. Sie gelten als potenzielle Kandidaten für unsere Crowdfunding-Plattform. Mit diesem starken Pool im Rücken hoffen wir unserer Community eine hochwertige Dealpipeline bieten zu können. Aber natürlich ist Venturate auch offen für neue Start-ups, die bei uns eine Crowdfunding-Kampagne starten wollen. Wer Interesse und einen professionellen Investor an Bord hat, kann uns gerne ein aussagekräftiges Pitch Deck zukommen lassen.

Klaus-Martin Meyer: Abschließend die Frage zur Roadmap für 2015. Wo wollen Sie am Jahresende stehen?

René Seifert: Nun unsere Roadmap für dieses Jahr ist klar beschrieben: Wir wollen Curated Crowdfunding in Deutschland etablieren und weiter bekannt machen, unser Produkt weiter ausbauen und einen hochwertigen Dealflow schaffen. Wenn wir am Ende des Jahres all diese Ziele erreicht haben, bin ich sehr zufrieden.

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