Interview zum ersten aescuvest-Crowdfunding für LARAcompanion

LARA_600x300_ENG-1Klaus-Martin Meyer: Juliane und Julia, Ihr seit die beiden Gründerinnen von LARAcompanion. Könntet Ihr Euch und eure Firma bitte kurz vorstellen?

Juliane Zielonka & Julia Lazaro: Juliane Zielonka ist unser Chief Executive Officer (CEO) und unsere Ideengeberin. Sie hat mehr als fünfjährige Erfahrung im Bereich Digital Health und fruchtbarkeitsgefährdende Krankheiten, u.a. durch den Aufbau eines Online Portals zu Frauengesundheit. Sie ist anerkannte Speakerin auf Veranstaltungen zu eHealth. Ihr Background ist Entwicklung, Marketing und Vertrieb digitaler Produkte.

Julia Lazaro ist als Chief Operating Officer (COO) verantwortlich für die genaue Planung und Umsetzung aller notwendigen Schritte zur Produktentwicklung und Markteinführung. Auch die sorgfältige Finanzplanung liegt in ihren verantwortungsbewussten und detailorientierten Händen. Mit einem MBA-Abschluss, Gründererfahrung und einem Background in Projektmanagement und Produktmanagement von Softwarelösungen ist sie der optimale ruhige Gegenpol zu Juliane.

Das Team wird ergänzt durch unseren Chief Technical Officer (CTO) Francis Varga, der die Programmierung und die Forschung und Entwicklung der Software voranbringt.

Hinzu kommen Experten aus den Bereichen Medizin, Kinderwunsch-Coaching, Hardware-Entwicklung und Vertrieb als weitere Mitarbeiter und Beiratsmitglieder.

LARAcompanion hilft Frauen und Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch schwanger zu werden. Wir bieten einen digitalen Maßnahmenkoffer an, der im Wesentlichen aus drei Teilen besteht:

1. Ein digitales Kursprogramm mit dem besonderen Fokus Stressbewältigung senkt den Stress und steigert somit erwiesenermaßen die Chance einer Schwangerschaft. Hier berufen wir uns auf neueste Studien, die zeigen, dass Frauen, die im Rahmen von Fruchtbarkeitsbehandlungen parallel Entspannungskurse durchführen, eine mehr als doppelt so hohe Chance haben, schwanger zu werden. Weitere Kurse zur Erhöhung der Fruchtbarkeit kommen hinzu.

2. Eine Smartphone-App liest Körpervitalwerte aus (durch manuelle Eingabe und per Biomarker-Messgerät) und liefert wichtige Tipps zum Erkennen von Ursachen und Überwinden von Unfruchtbarkeit. Außerdem verfolgt sie den Fortschritt des Kursprogramms über die Zeit hinweg.

3. Mit einem Biomarker-Messgerät können Frauen ihre körpereigenen Stress- und Fruchtbarkeitshormone eigenständig und unkompliziert messen.

Wir gehen also einige Schritte weiter als herrkömmliche Perioden-Tracking-Apps. Mit LARAcompanion können Frauen das individuelle Problem ihrer Unfruchtbarkeit eigenständig herausfinden und zielgerichtet angehen. Das gibt es noch nicht und mit unserem großen Netzwerk im Bereich der Gynäkologie sowie unserer langjährigen Erfahrung im Aufbau eines Portals zu fruchtbarkeitsgefährdenden Krankheiten sind wir präsdestiniert für ein solches Unternehmen!

Klaus-Martin Meyer: Aktuell seid Ihr auf Kapitalsuche. Wofür wird das Geld genau benötigt und wieviel wird gebraucht?

Für Frühjahr 2016 streben wir den Launch von LARAcompanion in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Wir werden mit der Smartphone-App und digitalen Entspannungskursen starten.

In einem späteren Schritt folgt dann das zertifizierte Messgerät. Grundsätzlich funktioniert LARAcompanion auch ohne das Messgerät und erzeugt so bereits einen hohen Mehrwert für die Nutzer. Das gibt uns Flexibilität bei der Markteinführung des Hardware-Bausteines von LARAcompanion.

Um die Tracking-App und ersten interaktiven Kurse fertigzustellen und den Markteinstieg in DACH vorzubereiten, benötigen wir knapp 300.000 Euro. Wir wollen mindestens 200.000 Euro durch unsere Crowdinvesting-Kampagne auf aescuvest akquirieren. Weitere 100.000 Euro hat uns ein Business Angel bei Erfolg der Kampagne zugesichert.

Wenn wir mit der Kampagne die Fundingschwelle von 210.000 Euro überschreiten, können wir parallel die Markteinführung in andere Länder vorbereiten. Ansonsten werden wir dies aus dem laufenden Cashflow oder anhand von Förderprogrammen oder der Aufnahme von Venture Capital finanzieren. Auch hier haben wir Flexibilität durch die ersten Ertragsströme, die wir mit der Markteinführung in DACH nächstes Jahr bereits erwarten.

Für den Start unserer Messgerät-Entwicklung mit einem universitären Partner planen wir ebenfalls staatliche Fördergelder ein. Dafür haben wir uns schon jetzt eine Beratungsagentur an Bord geholt und zahlreiche positive Gutachten zur Förderfähigkeit erhalten.

Klaus-Martin Meyer: Zur Kapitalakquise habt Ihr Euch für ein Crowdfunding entschieden. Warum geht Ihr diesen aufwändigen Weg und warum seid Ihr so mutig über eine neue Plattform zu gehen, die noch keinerlei Track Record hat?

Natürlich haben wir uns mit verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten beschäftigt. Letztendlich denken wir aber, dass Crowdinvesting in der frühen Phase unseres Startups der richtige Weg zur Kapitalgewinnung ist. Crowdinvestoren, die an uns glauben, können in einer frühen Phase durch kleine Beträge unser Startup fit für den Erfolg machen und wir verhindern, zu früh zu viel Equity an einen oder wenige Investoren abzugeben. So können wir unsere Unabhängigkeit garantieren. Diese ist wichtig, um auch bei potentiellen Nutzern Glaubwürdigkeit zu bewahren. Darüber hinaus geht es uns nicht nur um die Finanzierung, sondern auch um den Kontakt zur Crowd. Wir erhalten durch die Kampagne viel Feedback und Tipps sowie Fragen, die unser Produkt und unseren Auftritt weiter schärfen. Und nicht zuletzt ist natürlich die Aufmerksamkeit, die wir erhalten, auch wichtig, um noch mehr unserer potentiellen Nutzer zu erreichen.

Wir sind uns sicher, dass aescuvest der perfekte Partner für unsere Crowdinvesting-Kampagne ist. E-Health ist aktuell eines der Trendthemen in der internationalen Tech-Szene. Für die Europäische Kommission ist es ein fester Bestandteil der Digitalen Agenda 2020. Die Gesundheitswirtschaft ist aber auch ein hochkomplexes Thema mit eigenen Spielregeln. Eine Crowdinvesting-Plattform, die sich wie aescuvest auf den Gesundheitssektor spezialisiert und sich dort bereits ein breites Netzwerk aufgebaut hat, macht also absolut Sinn. Um Qualität und Umsetzbarkeit der Ideen zu sichern, wird jedes Startup auf aescuvest zunächst durch einen Expertenbeirat auf Herz und Nieren gerüft. Investoren können sich sicher sein, dass sie auf der Plattform keine Luftschlösser auffinden.

Diese gesonderte Qualitätsprüfung der Projekte hat uns gefallen und nicht zuletzt macht die Tatsache, dass auch aescuvest ein Startup ist, ja auch den besonderen Charme unserer Kampagne aus!

Klaus-Martin Meyer: Wo genau liegen die Chancen und Risiken für die Crowdinvestoren. Als in Aussicht gestellt Rendite winkt ein „Zinsversprechen“ von 14% p.a. Was steckt hinter diesem Begriff?

Das Zinsversprechen ergibt sich durch einen jährlichen Festzins sowie einen einmaligen Aufschlag am Laufzeitende. Diese Rendite von 14% ist unabhängig von Bilanzkennziffern wie z.B. Gewinn und wird in jedem Fall gezahlt, solange LARAcompanion operativ tätig und zahlungsfähig ist. Dies ist nicht üblich bei anderen Plattformen und ermöglicht den Investoren erste Erträge, die aus unserem laufenden Cashflow gezahlt werden und fest in der Finanzplanung einkalkuliert sind.

Die Verzinsung gilt übrigens ab dem ersten Tag, ein frühes Investment lohnt sich also in jedem Fall. Darüber hinaus stehen Investoren attraktive Anteile am Gewinn zu (nach Plan ab Ende 2018) und eine Beteiligung im Falle eines Exits, welche die Rendite von 14% dann noch wesentlich steigern.

Gerade in Zeiten von Niedrigzinsen ist Crowdinvesting also durch hohes Renditepotential eine sehr interessante Anlageform. Auf der anderen Seite ist ein Investment in ein Early-Stage-Startup natürlich mit einem höheren Ausfallrisiko verbunden als konservative Formen der Geldanlage. Das Risiko des Totalausfalls ist gegeben, weshalb es wichtig ist, dass Investoren nicht ihr gesamtes Vermögen in das Crowdinvesting stecken. Aber das Prinzip des Crowdinvesting beruht ja gerade darauf, dass der Einzelne eine kleinere Summe aufbringt.

Zahlreiche Gutachten bestätigen uns jedoch gute Chancen auf einen langfristigen Erfolg. Darüber hinaus bieten wir Investoren die Möglichkeit, von Anfang an Teil eines spannenden und sehr zukunftsorientierten Projekts zu sein, das eine Lösung für ein sehr menschliches Grundbedürfnis anbietet.

Klaus-Martin Meyer: Was ist Eure Erwartungshaltung an die Crowd. Geht es nur um das Geld oder habt Ihr weitere Wünsche und Hoffnungen, z.B. im Hinblick auf das Marketing?

Wie schon erwähnt, spielt Marketing zweifelsohne eine wichtige Rolle bei der Crowdinvesting-Kampagne. Wir wollen Aufmerksamkeit und Spannung für unserer Produkt erzeugen und sehen die Kampagne auch als Multiplikator in Hinblick auf unsere Nutzer-Zielgruppe oder auch möglicher strategischer Partnerschaften in verschiedenen Geschäftsfeldern. Hier haben wir seit Startschuss bereits einige interessante Kontakte aufgebaut.

Uns liegen auch das Feedback und Wissen der Crowd am Herzen. Vielleicht ist der ein oder andere Investor dabei, der persönliche Erfahrungen mit dem Thema Kinderwunsch gemacht hat. Solche Erfahrungen sind Gold wert. Sie helfen uns dabei, den Nutzer immer besser zu verstehen und das bestmögliche Produkt zu entwickeln.

Ebenfalls lernt man durch die Crowd Experten auf verschiedenen Gebieten kennen. Hier haben wir in den ersten Tagen auch schon sehr interessante Gespräche mit Crowdinvestoren geführt, aus denen wir wahnsinnig viel Input ziehen.

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