BrewDog/Crowdcube: Das größte Crowdfunding aller Zeiten?

Crowdcube - BrewdogUnd wieder einmal muss man neidlos anerkennen, dass der Nabel des Crowdfunding-Universums der UK ist. Die Equity-Punks von BrewDog sind die Rockstars der eigen-initiierten Crowdfundings und Crowdcube ist die erste equity based Crowdfunding-Plattform der Welt und im UK der unumstrittene Marktführer.

BrewDog hat über die Jahre drei erfolgreiche Eigenfundings durchgeführt. Das aktuelle Funding (4th Equity for Punks) hat das ambitionierte Ziel von 25 Millionen GBP. Wohlgemerkt es geht um 25 Millionen GBP für eine einzige Firma, nämlich eine Brauerei. Zum Vergleich Das ist mehr Geld als Seedmatch oder Companisto bisher auf der jeweils eigenen Plattform über die Jahre insgesamt eingesammelt haben. Fairerweise muss man konstatieren, dass der Schwung beim laufenden Funding aber bei bisher acht Millionen GBP doch etwas nachgelassen hat. (Soviel Geld hat aber auch noch keine Firma auf einer Crowdfunding-Plattform generiert.)

Aus diesem Grunde haben sich die Randalebrauer von BrewDog entschlossen, die Kapitalerhöhung parallel auch auf Crowdcube zu platzieren. Im Gegensatz zur direkten Aktienbeteiligung bei BrewDog kann der Investor auf Crowdcube unterscheiden, ob er Aktien will oder einen verzinsten Bond mit 6,5 % Zinsen (bei einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,3%).

Würde die gesamte restliche Summe Kapital bis zum erklärten Fundingziel via Crowdcube eingesammelt werden, dann könnte man ganz sicher vom bis dato weltgrößten Crowdfunding sprechen.

Der Pitch ist aus mehreren Gründen interessant. Zunächst einmal aufgrund der schieren Größe an Kapital, das eingesammelt werden soll. Dann ist die Kombination aus Bond und Aktien sicherlich für den ein oder anderen Anleger von Relevanz. Im Crowdcube-Forum findet sich z.B. ein (deutscher) Aktionär, der sein bestehendes Investment aus früheren Runden mit Hilfe des Bonds ergänzen will. Hier kann der Zins eine Rolle spielen aber auch die recht ambitionierte Bewertung der jungen Aktien. Ferner ist BrewDog eine sehr schillernde Firma, so dass Crowdcube auch von der bestehenden Aktionärsbasis von BrewDog profitieren dürfte, wie z.B. im Falle des genannten deutschen Aktionärs, der sich für den Bond interessierte und scheinbar noch keine Erfahrung auf Crowdcube gesammelt hat.

Fest steht, dass das laufende Funding ein gefundenes Fressen für die Presse sein wird. Crowdfunding-Fans sollten sich ruhig einmal ein paar Aktien kaufen, denn Aktionär von BrewDog zu sein, macht tatsächlich Spaß. Der Redaktion ist keine andere Firma bekannt, die ihre Crowd derartig gut einbindet. Sei es bei der Suche von neuen Mitarbeitern oder auch von Perks wie einer Clubkarte, mit der man in den Firmen eigenen Lokalitäten Rabatte bekommt. Die Jahreshauptversammlungen sollen an Pop-Konzerte erinnern.

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