Interview zum FunderNation-Crowdfunding für TeleOrbit mit Daniel Seybold

TeleOrbitKlaus-Martin Meyer: Daniel, du bist COO bei TeleOrbit. Könntest du dich und euer Unternehmen bitte kurz vorstellen?

Daniel Seybold: TeleOrbit ist ein Familienunternehmen aus Nürnberg. Wir sind seit fast 15 Jahren im Bereich Satellitentechnologie und –ortung tätig und vertreiben seit 2012/2013 ein mobiles Notrufsystem. Dies ermöglicht unterschiedlichen Nutzergruppen (beispielsweise Senioren oder Alleinarbeitern) im Notfall schnell Hilfe rufen zu können und erleichtert den Rettungskräften die Arbeit, da der Nutzer unter anderem über GPS, WLAN oder GSM-Zellen geortet werden kann. Die Retter wissen auf diese Weise, wie sie den Verunfallten schnell finden können. Für dieses Produkt haben wir auch die Crowdinvesting-Kampagne gestartet. Ich selber bin seit 2012 im Unternehmen tätig und stehe als Vermittler zwischen unseren Kunden und unseren Entwicklern. Da wir ein kleines Unternehmen sind, übernehme ich aber noch einige weitere Aufgaben, beispielsweise in Projekten, bei denen wir Partner sind.

Klaus-Martin Meyer: Um TeleOrbit verstärkt im Ausland positionieren zu können, habt ihr euch für Crowdfunding entschieden. Warum auf FunderNation?

Daniel Seybold: Ursprünglich hatten wir uns für eine VC-Finanzierung durch Triangle, dem Unternehmen hinter FunderNation interessiert. Dort hat man uns empfohlen, es doch auf der Crowdinvesting-Plattform zu versuchen, da unser Konzept dafür gut passen würde. Da wir kein Produkt im eigentlichen Sinne finanzieren wollen, sind andere Plattformen für uns auch eher ungeeignet. Von FunderNation werden wir tatkräftig unterstützt, was wir in der Form bei anderen Anbietern vielleicht nicht hätten. Diese Unterstützung ist sehr viel wert!

Klaus-Martin Meyer: Was haben die Investoren davon, sich via Crowdfunding an eurem Unternehmen zu beteiligen.

Daniel Seybold: Da gibt es mehrere Aspekte. Zum einen natürlich das, was viele interessieren wird, nämlich eine gute Rendite von bis zu 41%. Auf der anderen Seite hat man mit einem Investment in unsere Firma die Möglichkeit ein deutsches Familienunternehmen zu fördern, damit den deutschen Mittelstand zu stärken und man wird Teil des Exporterfolgs der deutschen Wirtschaft – in unserem Fall besonders in Indien.

Klaus-Martin Meyer: Stichwort: Indien. Ihr seid dort ja bereits aktiv. Inwiefern unterstützen eure Crowd-Investoren den Export eurer Produkte dort?

Daniel Seybold: Stimmt. Wir haben dort einen Kooperationspartner, der unsere Produkte vertreibt. Mittlerweile stehen wir auch kurz vor einem ersten großen Vertrag mit einem namhaften Unternehmen. Der Weg dorthin war aber nicht einfach. Die zu erwartenden Unterschiede zwischen den Kulturen haben auch Einfluss darauf, wie Produkte und Anwendungen genutzt werden bzw. welche Erwartungen daran gestellt werden. Dies unterscheidet sich zum Teil deutlich von europäischen Vorstellungen und bedarf einiger Anpassungen der jeweiligen Produkte an den zukünftigen Markt. Auch technische Rahmenbedingungen mussten berücksichtigt werden. Diese Veränderungen an unserem Produkt haben wir in Vorleistung erbracht. Problem hierbei ist auch, dass die Kosten auf europäischen Niveau entstanden sind, Umsätze aber auf dem niedrigeren indischen Preisniveau erwirtschaftet werden. Die Crowd unterstützt uns jetzt insofern, als dass wir unsere Produkte mit dem gesammelten Geld noch besser auf den Markt anpassen können und sie hilft uns, den Zeitraum zu überbrücken, bis sich das indische Geschäft selbst trägt.

Klaus-Martin Meyer: Welche Schritte und Erfolge können sich die Investoren hier künftig erwarten?

Daniel Seybold: Die ersten wichtigen Schritte (Anpassung an den indischen Markt, Einrichtung eines Notrufservers explizit für Indien) sind bereits gegangen worden. Nach Einschätzung unseres indischen Partners ist das Marktpotential für unsere Produkte sehr groß – bedeutend größer als in Europa. Mit unseren mobilen Notrufsystemen werden wir nach Gewinn des ersten großen Kunden, dessen Testphase mittlerweile erfolgreich abgeschlossen wurde, mit mehr Rückenwind in den Markt vordringen können. Zudem planen wir, mit unserem zweiten Produktangebot, High-Tech GNSS-Lösungen, nächstes Jahr nach Indien zu gehen. Von dabei zu erwartenden Erfolgen werden unsere Investoren natürlich ebenfalls profitieren.

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