Revenue Share-Crowdfunding mit List71

List71Gegründet von den Europäern Kari Honkanen, Jori Karstikko, Tomi-Pekka Parkkinen und Pekka Vijito ist mit List71 in Singapur eine neuartige Crowdfunding-Plattform “beyond debt and equity” an den Start gegangen. Es geht also weder um Firmenanteile, noch um p2p-Kredite. Die Investoren auf der Plattform (ab 500 Euro ist man dabei) geben ihr Kapital, um im Gegenzug für einen Zeitraum X einen Anteil am Umsatz von Y Prozent zu bekommen. Aktuell kann man sich an zwei Projekten auf List71 beteiligen. Ein Projekt ist dabei List71 selber. List71 will auf diese Art und Weise 710.000 Euro einsammeln. Mehr als die Hälfte des Weges ist bereits beschritten.

Die Vorteile für die Firmen liegen auf der Hand, denn sie brauchen keine Anteile abzugeben. Der Nachteil für die Investoren wird dadurch gemildert, dass diese von Anfang an von einem Zahlungsstrom profitieren. Im Falle des Investments in die Plattform List71 erhält die Grundgesamtheit der Investoren 15 Prozent des Umsatzes und dies für einen Zeitraum von 36 Monaten. Man rechnet mit einem jährlichen Return von 44 Prozent.

Das Konzept ist ganz sicher interessant. List71 richtet sich sowohl an international agierende Firmen als auch an ebensolche Anleger.

Ist Revenue Share-Crowdfunding das richtige Konzept für die Startup-Finanzierung?

Ob der Ansatz des Revenue Share-Crowdfunding allerdings so ideal für ein Investment in Startups ist, muss sich erst erweisen. Natürlich wird das Risiko eines Totalverlustes vermieden, da man von Anfang an, Zahlungen erhält. Allerdings hat man auch keinen Vorteile davon, wenn das Startup eines Tages durch die Decke geht. Man hat also weniger Probleme mit der Downside der Startup-Finanzierung, aber auch keine Vorteile auf der Upside.

Aber warum sollte man dem Vorschlag von List71 nicht bei Geschäftsmodellen mit einigermaßen verlässlichen Zahlungsströmen folgen? Warum sollte z.B. ein Fußballverein nicht seine Einnahmen aus Ticketverkäufen vorab an die Crowd verkaufen, um diese dann monatlich anteilig prozentual vom Umsatz zurückzuzahlen?

Der List71-Ansatz lohnt auf jeden Fall überdacht zu werden. Ob es hierfür allerdings eine eigene Plattform braucht ist fraglich. Bestehende Crowdfunding-Plattformen könnten das Modell als zusätzliches Angebot integrieren. Um beim oben genannten Fußballbeispiel zu bleiben: Sicherlich könnten Plattformen wie Crowdrange oder Kickr.net dem Beispiel von List71 folgen. Auch reine p2p-Plattformen, die eine große Crowd von Investoren haben, die an regelmäßigen Zahlungsströmen interessiert sind, sollten sich das Modell einmal ansehen.

Infos zu List71:

List71-Vorteile

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One Response to Revenue Share-Crowdfunding mit List71

  1. Wäre vielleicht im Filmbereich spannend…