„Für ein junges Unternehmen ist es aussichtlos einen Bankkredit zu erhalten“ – Interview mit Pascal Ritter zum Crowdfunding für Dayzzi auf Geldwerk1

dayzziKlaus-Martin Meyer: Herr Ritter, Sie sind Geschäftsführer der Firma Dayzzi Deutschland GmbH. Könnten Sie sich und ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Pascal Ritter: Nach meinem fünfjährigen Aufenthalt in den USA, wo ich unter anderem ein BWL-Studium absolvierte, sammelte ich als Student an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster erste Erfahrungen in der Werbeartikelbranche. 2013 gründete ich den ersten Werbeartikelmarktplatz PRMarket. In 2015 wurde ich zum Geschäftsführer von der Dayzzi Deutschland GmbH berufen.
Zum Geschäft von dayzzi: Heutzutage können wir uns über fast alles im Internet informieren, Preise vergleichen und Produkte erwerben. Eine Beratung ist oftmals nicht mehr nötig, denn die Antworten auf unserer Fragen erhalten wir zumeist ebenfalls über das Internet. Websites und Apps ermöglichen einfache und zumeist sogar kostenfreie Lösungen für fast jedes Problem. Der Werbeartikelmarkt hinkt allerdings bislang hinterher. Zwar bieten die meisten Werbeartikelhändler Online-Kataloge an, in denen man sich ihre Produkte ansehen kann. Die Prozesse bleiben für die Bestellenden aber zumeist immer noch die Alten: den Hörer in die Hand nehmen oder den Vertreter um Rat bitten. Mit dayzzi finden und bestellen Käufer ihre Werbeartikel einfach und schnell, ohne ihren Arbeitsplatz verlassen zu müssen.
Ein wissenschaftlich entwickelter Algorithmus empfiehlt dem Kunden innerhalb weniger Sekunden auf seine konkreten Bedürfnisse zugeschnittene Werbeartikel. Die besten Werbeartikelhändler offerieren die gewünschten Artikel innerhalb von zwei Arbeitstagen. Die Interessenten können die Angebote auf einen Blick vergleichen und die Bestellung mit einem Klick auslösen. So einfach bestellt man Werbeartikel über dayzzi.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell wollen Sie im Rahmen einer Crowdfinanzierung Kapital akquirieren. Warum gehen Sie nicht einfach zu einer der vielen Bankfilialen in der Warendorfer Straße in Münster?

Pascal Ritter: Für ein junges Unternehmen ist es aussichtlos einen Bankkredit zu erhalten, es sei denn, man ist in der Lage der Bank umfängliche Sicherheiten zu bieten. Und selbst wenn wir Bankkredite erhalten würden, wäre das einfach nur Geld, ohne die von uns intendierte Unterstützung durch die Crowd. Das Crowdinvesting lässt sich mit einer Kampagne verbinden, die unsere Bekanntheit erhöht. Wir erhalten über das Crowdinvesting also Geld, dass wir für unser Wachstum nutzen werden, und zusätzlich ein gewisses Maß an zusätzlicher Popularität.

Klaus-Martin Meyer: Sie haben sich für ein Premieren-Funding auf der noch jungen Plattform Geldwerk1 entschieden. Warum haben Sie diese Entscheidung getroffen?

Pascal Ritter: Das hat mehrere Gründe. Wir haben uns viele Plattformen angesehen und sehr viele Gespräche geführt, aber Geldwerk1 hat uns mir ihrem Konzept überzeugt. Besonders die regionale Nähe war uns auch sehr wichtig, um ein Vertrauensverhältnis zu haben und jederzeit auch im persönlichen Gespräch Dinge abstimmen und klären zu können. Besonders weil wir das erste Projekt von Gedlwerk1 sind, arbeiten wir sehr eng zusammen und das gefällt mir besonders gut.
Außerdem ist Prof. Dr. Beck ein anerkannter Experte zum Thema Crowdinvesting. Uns freut es sehr, dass wir mit ihm zusammenarbeiten dürfen. Wir erhalten aus der Zusammenarbeit wichtige Impulse.

Klaus-Martin Meyer: Wie wollen Sie die bis zu 250.000 Euro investieren?

Pascal Ritter: Wir möchten insbesondere den Marketing-Etat deutlich erhöhen, um die Umsätze entsprechend steigern zu können. Des Weiteren können die Kosten für Neukunden und für Bestellungen durch einen Marketingschub letztlich gesenkt werden, sodass diese künftig Kunden größtenteils durch organische, nicht gekaufte Suchtreffer auf unsere Seite gelangen. Wir können unser Adwords-Budget weiter erhöhen usw. Außerdem ist eine nationale Mailingkampagne an werbetreibende Unternehmen geplant und vor allem lässt sich damit auch der geplante Markteintritt in Österreich voranbringen. Und wir wollen unsere Plattform technisch weiterentwickeln und optimieren.
Wenn wir die 250.000 Euro erreichen, dann können wir u.a. mehrere Wochen Fernsehwerbung schalten, um eine höhere Reichweite zu erzielen. Aber auch mit 50.000 Euro kommen wir schon weiter und wäre in die Lage versetzt, Maßnahmen umsetzen, die wir aus dem operativen Cash-flow bislang noch nicht finanzieren können.
Wir möchten im Werbeartikelbereich mittelfristig Marktführer in Deutschland und Österreich werden und hierfür sukzessive Marktanteile in Deutschland und in Österreich aufbauen. Wir verfolgen eine klare und gezielte Internationalisierungsstrategie: weitere Roll-Outs in andere Länder sind Bestandteil unserer Agenda.

Klaus-Martin Meyer: Über welche Chancen und Risiken sollten sich die Anleger bewusst sein?

Pascal Ritter: Die Chancen der Anleger, die bei uns per Crowdinvesting einsteigen, sind sehr gut. Sie erhalten eine jährliche Festverzinsung in Höhe von 2,5% auf ihren Anlagebetrag. Darüber hinaus werden sie an den Jahresergebnissen von dayzzi beteiligt. Und es gibt außerdem noch eine Beteiligung an der Wertsteigerung von dayzzi. Höchst attraktiv, wie wir meinen. Das Risiko der Anleger ist der vollständige Verlust ihres Kapitaleinsatzes. Das kann aber nur dann passieren, wenn dayzzi zahlungsunfähig werden sollten oder einfacher gesagt, wenn wir mit unserem Geschäft scheitern. Inzwischen konnten wir allerdings schon einen festen Kundestamm aufbauen, der bereits eine erste Basis für unseren Erfolg bildet. Wir sind zwar noch ein Startup, aber keine kompletten Neulinge im Werbeartikelmarkt. Unser Geschäft steht und fällt mit unserem Bekanntheitsgrad und mit den guten Erfahrungen, die unsere Kunden mit uns machen.

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