Interview mit Philip Ehlers zum Crowdfunding zum EVRGREEN-Crowdfunding auf Deutsche Mikroinvest

EvrgreenKlaus-Martin Meyer: Philip, Du bist Geschäftsführer und Co-Founder der EVRGREEN Vertriebs GmbH. Könntest Du dich und die Firma bitte kurz vorstellen?

Philip Ehlers: Ich bin Philip Ehlers, einer von zwei Gründern der EVRGREEN Vertriebs GmbH und außerdem Geschäftsführer der Redwood Service GmbH. Ich habe in Köln Betriebswirtschaftslehre studiert und nach Ende des Studiums an Unternehmenssanierungen und Aufbau von Start-ups teilgenommen. Die Idee ein eigenes Unternehmen zu gründen, begleitete mich schon seit meinem Studium und hat auf dem Entrepreneurship Summit 2012 seinen Funken gefangen. Nachdem ich dort einige interessante Vorträge gehört habe, wachte ich am nächsten Morgen auf und mein Blick fiel auf meine vertrocknete Pflanze. Ich dachte mir, das kann so nicht weiter gehen, rief meinen Freund Jan, Mitgründer von EVRGREEN an und sagte zu ihm, dass wir dagegen etwas tun müssen. Ihm ging es mit den Pflanzen ähnlich wie mir und so gründeten wir EVRGREEN basierend auf der Idee mit innovativen, qualitativ hochwertigen Produkten und kundennahem Service, jedermann einen grünen Daumen zu ermöglichen.

Klaus-Martin Meyer: Zur Wachstumsfinanzierung sucht ihr aktuell Kapital. Warum Kapital akquirieren statt zu „bootstrappen“?

Philip Ehlers: Wenn Du Deutschlands erste Pflanzenmarke und Anlaufstelle Nummer 1 im Online-Pflanzenhandel werden möchtest, dann kannst Du Dich nicht in kleinen Schritten fortbewegen und hoffen, dass die Konkurrenz schläft. Für die Entwicklung neuer Produkte brauchen wir mehr Kapital, als wir bisher durch den Verkauf unserer bestehenden Produkte generieren. Ernstzunehmende Marketingaktivitäten, die unsere Zielgruppen deutschlandweit erreichen, kosten ebenfalls Geld, welches zunächst vorgestreckt werden muss. Wir können bisher schon gute Erfolge verzeichnen. Seit Gründung steigt der Umsatz pro Monat durchschnittlich um 19 Prozent. 2015 haben wir bereits in den ersten fünf Monaten den Jahresumsatz von 2014 erwirtschaftet. Die Besucherzahlen auf der Seite erhöhen sich monatlich um 13 Prozent. Unsere Kunden sind nachweislich sehr zufrieden (98%ige Kundenzufriedenheit). Wir sind also auf einem guten Weg und der Meinung, das sollte man weiter ausbauen.

Klaus-Martin Meyer: Ihr habt Euch für ein Crowdfunding entschieden? Warum kein p2p-Kredit oder gar ein Darlehn von der Bank?

Philip Ehlers: Wir haben als Gesellschafter bereits Darlehen in die Firma gegeben, um den Aufbau bis zum aktuellen Punkt zu ermöglichen. Jetzt stehen die Strukturen, um das Wachstum zu beginnen.
Wir sehen natürlich auch den positiven Nebeneffekt, die sich durch die Crowfunding-Kampagne ergeben: reichweitenstarke Kommunikationsarbeit sowie die Generierung neuer Kunden.

Klaus-Martin Meyer: Wie erfolgte die Auswahl der Crowdfunding-Plattform und wieviel Zeit ist verstrichen von der Idee bis zum Start des Fundings auf Deutsche Mikroinvest?

Philip Ehlers: Klar haben wir uns schlau gemacht, welche Möglichkeiten es gibt, um ein Crowdfunding umzusetzen. Letztlich haben wir uns für die Deutsche Mikroinvest entschieden, weil sie an unser eCommerce-basiertes Geschäftsmodell glauben.
Die ersten Schritte in Richtung Crowdfunding haben vor einem Jahr begonnen. Im Frühjahr und Sommer wurde die Kampagne geplant und vorbereitet. Durch das neue Kleinanlegerschutzgesetz hat sich der Kampagnenstart nun doch noch um ein paar Wochen verzögert. Die neuen Regularien nehmen uns als Emittent stärker in die Verantwortung, was die Offenlegung von Informationen angeht.

Klaus-Martin Meyer: Welche besonderen Chancen und Risiken seht ihr durch eure eigene Branchenbrille? Was sollte der Anleger wissen, bevor er zeichnet?

Philip Ehlers: Laut der GfK WebScope Studie aus dem Jahr 2011 steigt der Online-Pflanzenhandel bis zum Jahr 2019 von 2,9 % auf 10 % gegenüber dem Offlinehandel. Im Allgemeinen ist ja der Trend zu verzeichnen, dass der Einzelhandel immer stärker ins WWW abwandert. Wir versuchen uns hier eine gute Position zu erarbeiten, um auf diesem Trend mitzuwachsen. Letztendlich sind das nur Prognosen und niemand weiß, wie sich die Käufer in Zukunft tatsächlich verhalten. Wir glauben fest daran, dass der Online-Pflanzenhandel sich ähnlich entwickeln wird, wie der Schuhhandel vor einigen Jahren. Es braucht eben einen Anbieter, der den Servicegedanken des Einzelhandels mit der Bequemlichkeit des Onlinehandels verbindet und sich stetig darum bemüht innovativ zu sein, so wie Zalando das vor einigen Jahren umgesetzt hat. Und das ist unser Ansporn.
Weiterhin sind wir als junges Startup immer davon bedroht, dass ein geldgesegnetes Copycat auf dem Markt erscheint. Unsere Idee lässt sich sicherlich nachbauen, aber unser persönliches Engagement und die intrinsische Motivation, die wir als Gründer mitbringen, ist nicht kopierbar. Beispielsweise habe ich aus eigenem Interesse ein Netzwerk aus persönlichen Kontakten aufgebaut, welches unsere Innovationsfähigkeit immer wieder vorantreibt. Gerade erst sind wir eine neue Kooperation mit der Design Akademie in Berlin eingegangen, um Erkenntnisse über den Markt und die Käufersegmente zu erlangen.

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