Crowdinvesting zwischen Aktie und Lotto? – Das Projekt FootFact bei Geldwerk1

Geldwerk1 LogoVon Prof. Dr. Ralf Beck (Autor des Buches „Crowdinvesting – Die Investition der Vielen“ und Gründer der Crowdinvesting-Plattform Geldwerk1)

In gewisser Weise liegt das Crowdinvesting für den Anleger aus Risiko- und Renditesicht zwischen Lotto und Aktie, wobei es der Aktie doch um einiges näher kommt. Immerhin sind die per Crowd finanzierten Startups echte Unternehmen, die in den meisten Fällen handfeste Werte aufweisen. Sie befinden sich anders als Unternehmen, deren Aktien an der Börse gehandelt werden, allerdings noch in unternehmerischen Frühphasen, haben ihre Marktfähigkeit also oftmals noch nicht bewiesen. Das Risiko der Crowdinvesting-Unternehmen zu scheitern ist folglich höher. Im Gegenzug sind aber auch deren Chancen beträchtlich größer. Bei börsennotierten Aktiengesellschaften liegt die größte Wertsteigerung zumeist schon Jahrzehnte zurück. Die Chancen auf hohe Kursgewinne sind eher mäßig. Das wird besonders deutlich, wenn ein Vergleich mit dem Crowdinvesting gezogen wird, bei dem es gelegentlich Startups gibt, die ein enormes Skalierungs- und Wertsteigerungspotenzial aufweisen.
Ich stelle dies anhand des aktuellen Projektes namens FootFact auf der Crowdinvesting-Plattform Geldwerk1 dar, das ab dem 1. Februar 2016 zum Funding ansteht. Bei FootFact handelt es sich um ein Startup, dass eine App entwickelt hat, die der Fußvermessung über die Smartphone-Kamera dient. Es handelt sich um die erste derartige App, die exakte Messergebnisse liefert und gleichzeitig extrem einfach zu bedienen ist. Sie führt zu einer erheblichen Reduzierung der Retouren bei Schuhlieferungen im Online-Handel. Davon profitieren sowohl die Online-Händler als auch die bestellenden Kunden. Immerhin löst eine Retour im Durchschnitt rd. 15 Euro an Kosten für den Online-Händler aus. FootFact hat den technischen Proof of Concept erbracht, ist aber noch nicht am Markt. Jedwede Markteinführung ist mit deutlichen Risiken behaftet. Als seinerzeitiger Gründer des Online-Sportbekleidungs-Shops Jogging-Point verfügt der Macher von FootFact, Markus Piebrock, jedoch bereits über gute Kontakte in die Schuhbranche und über Erfahrungen mit dem erfolgreichen Aufbau einer Online-Plattform.

Zu den Chancen von FootFact: Wenn es gelingt, große Online-Händler und Versandhäuser für die – Retouren reduzierende – Technik von FootFact zu gewinnen und sogar noch international zu expandieren, dann lässt sich das Geschäft enorm skalieren. Genau genommen: Die Kosten werden bei FootFact im Fall größerer Umsatzzuwächse deutlich unterproportional zulegen, was bei starkem Wachstum zu sehr hohen Überschüssen führt. Gelingt dies, dann können die Crowdinvestoren ihr eingesetztes Geld vervielfachen, denn sie werden an der Wertsteigerung beteiligt. Bei einer Beteiligung am Erfolg von FootFact, organisiert über die Plattform Geldwerk1, kann der Investor mehr als das Vierzigfache seines Einsatzes herausbekommen, wenn FootFact seine Planung erreicht. Chance und Risiko. Zu sagen wäre noch, dass Aktien für den Anleger zwar sichtbar geringere Chancen und Risiken aufweisen als ein Crowdinvesting, jedoch liquider sind, wenn sie über Börse laufen. Aktien lassen sich dann jederzeit verkaufen, während es beim Crowdinvesting Mindestlaufzeiten gibt, in denen der Crowdinvestor in Eigenregie für den Verkauf seiner Erfolgsanteile sorgen müsste, denn für derartige Anteile existiert kein funktionierender Markt. Die Mindestlaufzeit beim FootFact-Investment liegt bei knapp fünf Jahren. Danach kann der Anleger aussteigen und die dann hoffentlich erzielte Wertsteigerung in Geld umsetzen.

Summa summarum: Das Crowdinvesting ist eine Möglichkeit, den risikobehaftete Teil des eigenen Anlage-Portfolios abzudecken. Dabei ist zu empfehlen, den Einsatz auf mehrere oder sogar viele derartiger Anlagen zu verteilen, um damit das Risiko (und die Chance) zu streuen. Auf diese Weise kann die Wahrscheinlichkeit hoher Verluste deutlich reduziert und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, ein richtig durchstartendes Projekt mit im Portfolio zu haben. Die Streuung funktioniert sehr gut, da sich der Anleger oftmals bereits mit geringen Beträgen an den Crowdinvesting-Startups beteiligen kann; bei dem Geldwerk1-Projekt FootFact liegt der Mindestbetrag bei nur 50 Euro.

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