Blitz-Interview mit Tamo Zwinge (Companisto) zur Einführung von Crowd-Voting

Companisto LogoKlaus-Martin Meyer: Tamo, Companisto ist aktuell nach eigenem Bekunden der gemessen an der Anzahl der veröffentlichten Finanzierungsrunden aktivste private Wagniskapitalgeber in Deutschland. Mit der Einführung eines Sicherheitsnetzes für die Crowd habt Ihr Euch jetzt eine Innovation ausgedacht, mit der – in meiner Wahrnehmung – auch international noch keine Crowdfunding-Plattform arbeitet. Was hat es damit auf sich? Vielleicht kannst Du auch etwas zu dem „kreativen Prozess“ sagen, was den Anstoß zur Einführung gab?

Tamo Zwinge: Richtig, im Jahr 2015 war Companisto gemessen an der Anzahl veröffentlichter Startup-Finanzierungen, laut Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, der aktivste private Venture Capital-Investor in Deutschland. In den vergangenen Monaten haben wir uns sehr viel Zeit genommen, um das Crowdinvesting für die Companisten weiterzuentwickeln. Wir haben uns Feedback eingeholt und mit sehr vielen Companisten über Ihre Erfahrungen als Crowdinvestoren gesprochen.

ZwingeDieser Crowdsourcing-Prozess hat uns inspiriert und dazu geführt, das Crowd-Voting zu entwickeln. Crowd-Voting stellt ein Novum in der weltweiten Crowdinvesting-Branche dar, denn es erweitert die Rechte der Investoren, reduziert ihr Risiko und bedeutet ein Mehr an Entscheidungsbefugnis. Es etabliert einen Sicherheitsmechanismus für die Companisten trotz Investment im Wagniskapital-Bereich.

Crowd-Voting funktioniert so, dass nach Abschluss einer Crowdinvestingrunde dem Startup zwei Drittel der Investmentsumme der Companisten direkt ausbezahlt werden und das letzte Drittel auf einem insolvenzsicheren Treuhandkonto hinterlegt wird. Diese Summe wird erst ausgezahlt, nachdem die Companisten mit einer Mehrheitsentscheidung (gewichtet nach Investmentanteilen) der Auszahlung, planmäßig sechs Monate nach dem Crowdinvesting-Ende, zustimmen. Stimmen die Companisten nicht zu, wird das letzte Drittel kostenfrei an die Companisten zurücküberwiesen.

Klaus-Martin Meyer: Der Nutzen für die Crowd ist sicher spontan klar. Was halten die Startups von dem neuen Element, das ja durchaus eine Herausforderung darstellen könnte?

Tamo Zwinge: Das Crowd-Voting gilt erstmals mit der Finanzierungsrunde für das Tech-Startup ameria. Bereits 24 Stunden nach dem Start der Runde wurden in ameria knapp 200.000 € von 180 Companisten investiert. Das belegt eindrucksvoll, dass das Crowd-Voting als vertrauensbildende Maßnahme sofort Wirkung zeigt und dass dieses Sicherheitsnetz für Investoren dazu führen wird, dass Startups ein noch höheres Investmentvolumen erreichen können als ohne das Crowd-Voting.

So hat sich ameria ganz bewusst für das Crowd-Voting entschieden. Sie meinen, „wir sind überzeugt davon, dass wir unsere Technologie erfolgreich am Markt platzieren werden und daran möchten wir uns auch messen lassen. Deshalb ist Crowd-Voting aus unserer Sicht ein idealer Mechanismus und für unsere Investoren eine zusätzliche vertrauensbildende Maßnahme.“

Weiterhin können sich Startups durch denselben Modus, wie beim Crowd-Voting, auch bei späteren Finanzierungsrunden direkt an ihre Crowd richten, um bspw. Anschlussfinanzierungen aus der Crowd heraus zu realisieren – auch das ist neu.

Klaus-Martin Meyer: Was die Anzahl der gleichzeitig durchgeführten Pitches angeht, habe ich bei Companisto aktuell erstmals bei einer deutschen Plattform den Eindruck, dass man von einem Crowdfunding-Marktplatz sprechen kann. Wird es in puncto Quantität mit der gleichen Schlagzahl weitergehen?

Tamo Zwinge: Als Marktführer für Crowdinvesting in der DACH-Region wollen wir uns nicht auf dem Erfolg ausruhen, sondern die Crowdinvestingbranche an sich weiter gestalten und dementsprechend viele Startups und Investoren zueinander bringen. Daher werden wir auch in Zukunft ein attraktives und damit diversifiziertes Angebot bereitstellen.

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