Interview mit Daniel Schlör (Gründer MINEKO) zum aktuellen Companisto-Crowdfunding

minekoKlaus-Martin Meyer: Daniel Schlör, Du bist Geschäftsführer und Mitbegründer bei MINEKO (www.mineko.de). Könntest Du dich und die Firma bitte kurz vorstellen?

Daniel Schlör: Ich komme aus Berlin, bin studierter Diplomverwaltungswirt, glücklich verheiratet und Vater von vier Söhnen. MINEKO habe ich zusammen mit Chris Möller im Februar 2014 gegründet, der die Idee zur digitalen Prüfung von Mietnebenkostenabrechnungen hatte. In Deutschland werden rund 20 Millionen Wohnungen privat vermietet. Das Problem: Nur die wenigsten Mieter können ihre jährliche Nebenkostenabrechnung wirklich nachvollziehen. Wir haben seit 2014 über 4.500 Abrechnungen geprüft und dabei festgestellt, dass 9 von 10 Abrechnungen falsch sind. MINEKO hilft dem Nutzer dieses Geld zurückzuholen: Und so funktioniert es: auf www.mineko.de wird die Nebenkostenabrechnungen hochgeladen. Wir prüfen die Zahlen und teilen innerhalb von 24h das Ergebnis mit. Die Prüfung ist kostenlos. Wenn wir Fehler feststellen, informieren wir den Nutzer und machen ein Angebot, die Forderungen durchzusetzen. Davon erhalten wir eine Provision. Durchschnittlich spart jeder private Mieter durch MINEKO ca. 260 Euro pro Jahr. MINEKO hat seit der Gründung eine spannende Entwicklung erlebt. Durch das Feedback unserer Kunden wissen wir, dass die Digitalisierung dieses Themas im Trend liegt und gern genutzt wird. Das ist für uns Ansporn, unser Produkt stetig weiterzuentwickeln, um so auch natürlich zu wachsen!

Klaus-Martin Meyer: Auf den ersten Blick hat das Geschäftsmodell eine bestechende Logik. Das jährliche Volumen ist riesig. Wie sieht es mit dem Nebenkostenvolumen in der Vergangenheit aus? Also wann verjähren falsche Nebenkostenabrechnungen? Welches zusätzliche Volumen ergibt sich daraus aktuell?

Daniel Schlör: Die Antwort auf diese Frage hängt von individuellen Faktoren ab. Es geht um Fristen, die der Vermieter für die Zustellung der Nebenkostenabrechnung hat sowie um die, die der Mieter für den Widerspruch auf die Nebenkostenabrechnung hat. In der Regel lohnt sich auch die Prüfung der Abrechnung aus dem Vorjahr, da die Widerspruchsfrist in der Regel noch nicht abgelaufen sein wird. Übertragen auf das mögliche zusätzliche Volumen geht es tatsächlich um deutlich mehr als 5 Mrd. Euro. Eine absolut konkrete Zahl zu schätzen, ist natürlich von weiteren Parametern abhängig.

Klaus-Martin Meyer: Das Finanzierungsziel des aktuellen Crowdfundings entspricht in etwa dem geplanten negativen Ebit in 2017. Woraus resultieren die Aufwendungen und was kostet Euch aktuell die Akquisition eines Leads?

Daniel Schlör: Die Akquisition eines Leads (Uploads) variiert stark nach dem jeweiligen Kanal. Die Aufwendungen unterteilen sich in Marketing, IT und Personal, wobei wir die Kosten in diesen Bereichen abhängig vom tatsächlich realisierten Wachstum abstimmen.

Klaus-Martin Meyer: Sicherlich können die meisten der über 53.000 Companisten die Logik des Geschäftsmodells nachvollziehen. Fast jeder wird mal Mieter gewesen sein und viele sind vermutlich selber Vermieter. Haben sich seit dem Start des Pitches bereits Leads aus diesem Personenkreis für Euch ergeben?

Daniel Schlör: Ja, seit Start der Companisto-Kampagne haben wir bereits spürbares Wachstum bei den eingereichten Prüfungen – auch von Companisten selbst, die unser Geschäftsmodell live erleben und testen wollen. Sogar Vermieter Fragen bei uns vereinzelt an, ob sie die Abrechnung durch uns prüfen lassen können, bevor diese an den Mieter geht.

Klaus-Martin Meyer: Wenn am Datum X das Geld aus dem Funding auf dem Konto liegt, welche Themen werden dann als erstes angeschoben? Welche Invests sind dabei aus Eurer Sicht am stärksten mit einem Risiko behaftet?

Daniel Schlör: Hier kommt es auf den letztlich realisierten Investment-Betrag an. Liegt dieser über 300.000 Euro, ist die Schaltung von TV-Kampagnen beispielsweise deutlich früher möglich. Wie sich die jeweiligen Marketingkanäle entwickeln, insbesondere bei steigendem Budget, ist dabei nicht final planbar. Das bedeutet: die Kampagnen, die das größte Start-Invest benötigen, bergen auch das größte Risiko in Bezug auf die Akquisition-Costs. Hierzu gehört insbesondere TV. Da MINEKO jedoch in 2014 bereits einen ersten TV-Flight gemacht hat, können wir auch hier auf erste Erfahrungswerte zurückgreifen. Des Weiteren haben wir im Zuge unserer Kampagne aus den Rückmeldungen von Companisto-Investoren weitere Geschäftsfelder erkannt, die wir angehen wollen. Spannend wäre z.B. die Möglichkeit einer Kooperation mit Verbraucherschutzzentralen oder sogar den Kommunen. Letztere zahlen die Nebenkostenabrechnungen von Bedarfsgemeinschaften. Mit über 2 Mio. Bedarfsgemeinschaften bundesweit, könnte hier ein großes Einsparpotenzial für öffentliche Haushalte zu erzielen sein!

Klaus-Martin Meyer: Vielen Dank für das Interview!

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