„Wir haben uns bewusst für die Crowd entschieden“ – Interview mit Christoph Klischan zum Crowdfunding für Bier-Deluxe.de

bier-deluxeKlaus-Martin Meyer: Christoph, Du bist als Marketing Manager bei Bier-Deluxe.de aktiv. Könntest Du dich und die Firma bitte kurz vorstellen?

Christoph Klischan: Hi Klaus, ich bin Christoph 36 und seit knapp 3 Jahren bei Bier-Deluxe für den Bereich Marketing verantwortlich. Bier-Deluxe ist die führende Online-Plattform für Craft Beer in Deutschland und bietet Kunden die besten nationalen und internationalen Craft Biere. Ich bin letztes Jahr auch als Gesellschafter bei Bier-Deluxe eingestiegen. Federführend habe ich z.B. zwei TV Kampagnen für Bier-Deluxe geleitet. (Lach) Durch meine große Leidenschaft zu Craft Beer bin ich neben Erik (Gründer) das Aushängeschild für Bier-Deluxe geworden.
In 2012 haben die beiden Gründer Erik und Guido, ganz nach dem klassischen Startup Prinzip, als Garagenfirma angefangen und waren schon nach 2 1/2 Jahren unangefochten der führende Craft Beer Online Händler in Deutschland.

Hey Klaus, hast du eigentlich ein Lieblings Craft Beer? Also meins ist gerade Brewdog Hardcore IPA, obwohl sich das bei mir je nach Stimmung schnell ändern kann.

Klaus-Martin Meyer: Nach amerikanischer Definition wäre Pinkus Müller wohl eine Craft Beer-Brauerei. Das Bier Pinkus Special ist mein Lieblingsmüller. Zudem hege ich auch gewissen Sympatien für Brewdog. Was mich zum Thema zurück führt…
Warum habt Ihr Euch dafür entschieden, den Weg eines Crowdfundings zu gehen, welche anderen Optionen gäbe es?

Christoph Klischan: 0. Wir haben uns bewusst für die Crowd entschieden und gegen einen weiteren VC oder Business-Angel. Wir sehen neben dem Investment eben auch den riesigen Vorteil, mit den Companisten zusammen weiter den klassischen Biermarkt aufzumischen. Nur gemeinsam können wir die Craft Beer Revolution auf das nächste Level heben.

Ein großes Vorbild ist hier definitiv Brewdog aus Schottland, die es mit einem Crowdfunding in Höhe von EUR 27 Mio. geschafft haben, eine ganze Armee für sich zu begeistern und ihre Marke national und international nach vorne zu katapultieren. Nicht umsonst sind sie seit fünf Jahren die schnellstwachsende Lebensmittelmarke in Großbritannien.

Klaus-Martin Meyer: Im UK sind Bier-Startups eine der wichtigsten Kategorien auf Crowdfunding-Plattformen. Ihr seid in meiner Wahrnehmung in Deutschland die ersten. Ist Craft Beer hier nicht so ein Thema?

Christoph Klischan: Ja das stimmt allerdings. In den letzten beiden Jahre ist Craft Beer enorm schnell gewachsen und hat auch in der Presse die Aufmerksamkeit bekommen, die ihr zusteht. Allerdings wie es so oft, ist der Deutsche Markt zeitlich etwas versetzt gegenüber Großbritannien, den USA und Skandinavien. Wir haben uns bewusst jetzt dafür entschieden, mit der Kampagne in den Markt zu gehen, weil auch in Deutschland die Zeit reif ist Craft Beer aus der Nische heraus zubringen. Außerdem galten wir schon immer in unserer Branche als Vorreiter und Trendsetter. Ich kann mich noch an die verwunderten Gesichter aus der Branche in 2014 erinnern, als wir unsere erste erfolgreiche TV- Kampagne gelauncht haben.

Klaus-Martin Meyer: Was genau habt Ihr mit dem akquirierten Finanzmitteln vor und wie lange werden diese reichen. Sind weitere Finanzierungen geplant?

Christoph Klischan: Wir haben ja seit dem Wochenende die 100.000 € geknackt, also steht dem ersten Meilenstein – unserer Expansion, der Internationalisierung von Bier Deluxe – nichts mehr im Wege. Wir sind gerade akribisch dabei, im ersten Schritt unsere komplette Seite auf Englisch zu übersetzen und alle rechtlichen Hindernisse auszuräumen, um unsere Produkte in eine Vielzahl von Ländern exportieren zu können. Hier werden wir gezielt mit Online-Marketing, also z.B. Google Adwords, neue Märkte erschließen , aber auch mit bekannten Influencern dafür Sorgen, dass wir nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch in den europäischen Ländern die Nummer 1 im Craft Beer Segment werden.

Ab 300.000 € wollen wir vor allem mit der Same Day Delivery, dem Aufbau einer B2B Online Plattform, einer eigenen Craft Beer Marke, der Erweiterung an Exklusivitäten und Craft Snacks und Schokolade punkten.

Ab € 500.000 hätten wir natürlich einen riesigen Hebel, unsere eigene Marke erfolgreich als einer der Flagship Craft Beer Marken in Deutschland zu etablieren und wir könnten weitere internationale Brauer an Bier-Deluxe binden.

Im Jahr 2017 ist keine neue Finanzierungsrunde bei Bier-Deluxe geplant. Eine zweite Finanzierung über die Crowd wäre grundsätzlich denkbar, sofern dies erforderlich ist.

Klaus-Martin Meyer: Die Bewertung ist ja durchaus ambitioniert. Welche Chancen und Risiken sollte der Anleger kennen?

Christoph Klischan: Bei der Bewertung haben wir uns stark an der letzten internen Finanzierungsrunde orientiert. Ehrlich gesagt glaube ich, wenn man das Marktpotenzial und den schon erwirtschafteten Umsatz von Bier-Deluxe anschaut, ist es wirklich eine faire Bewertung. Ansonsten hätte ich bzw. auch die anderen Gesellschafter, nicht bei ähnlicher Bewertung investiert.

Chancen: Ganz klar, dass sie als Companisten zur richtigen Zeit in einen boomenden Markt investieren. Du darfst nicht vergessen, dass die Craft Beer Bewegung kein nationales Phänomen ist, sondern eine weltweite Bewegung darstellt. Craft Beer bietet den Kunden genau das an, was er schon in anderen Bereichen bekommt, aber eben noch nicht beim Bier: Also regionale, qualitativ hochwertige Produkte, Handwerkskunst, Vielfalt und eben kein Industrieprodukt.

Mhhh, Risiken also es ist zwar nur eine Frage der Zeit, dass die Craft Beer Revolution in Deutschland zu 100 % angekommen ist, aber die Gefahr besteht, dass es doch noch länger dauert, bis wir im “Mainstream Markt” angekommen sind. Auf der anderen Seite sehen wir hier sehr positive Vorzeichen und können etwaige Verzögerungen in dieser Entwicklung mit unserer Internationalisierungsstrategie ausgleichen.

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