Interview mit Lara Ramm zur startnext-Crowdfunding für Glutanada

glutanadaKlaus-Martin Meyer: Lara, Du hast auf Startnext ein Crowdfunding für Dein Projekt Glutanada initiiert. Könntest Du dich und Glutanada bitte kurz vorstellen?

Lara Ramm: Hallo ich bin Lara Ramm, 25 Jahre alt, komme aus Berlin und habe in diesem Jahr meinen Master Abschluss im Entrepreneurship gemacht. Seit fünf Jahren plane ich zusammen mit meinem Team und der Universität Potsdam (Potsdam Transfer) die Gründung von Glutanada. Da ich selber an Lebensmittelintoleranzen und einer Lebensmittelallergie leide, weiß ich, wie schwer es ist essen zu gehen bzw. ein geeignetes Restaurant zu finden. Glutanada wird genau dies, Lebensmittelallergikern, Menschen mit Lebensmittelintoleranzen und Freunden der gesunden Küche ermöglichen. Und nicht nur das, bei Glutanada kommen alle zusammen und gemeinsam an einem Tisch. Das heißt folgende Zielgruppen haben die Möglichkeit gemeinsam an einem Tisch essen zu gehen: Lebensmittelallergiker, Menschen mit Lebensmittelintoleranzen, sich gesund ernährende Menschen, Veganer und Vegetarier und sich Low Carb ernährende.

Klaus-Martin Meyer: Was gab den Auslöser den mühsamen und schwierigen Weg eines Crowdfundings für die Restaurant-Idee einzuschlagen, anstatt einfach zur Bank zu gehen?

Lara Ramm: Einfach zur Bank gehen ist ja auch etwas spitz formuliert 🙂 so einfach ist es dann ja bekanntlich doch nicht…
Die Thematik Lebensmittelallergie und Lebensmittelintoleranz betrifft leider immer mehr Menschen. Glutanada verfolgt das Ziel diesen Menschen und all denen, die sich gesund ernähren möchten ( z.B. ohne genveränderten Weizen) eine Anlaufstelle zu geben. Und da ist es meiner Meinung nach sinnvoll, dieses Ziel gemeinsam mit den Betroffenen anzupacken und für uns alle ein Restaurant zu schaffen, indem wir gemeinsam essen gehen können. Die Bank wäre ein sehr unpersönlicher Weg. Die Nähe zu meinen Gästen ist mir von Anfang an sehr wichtig, weshalb das Crowdfunding für mich der einzig wahre und richtige Weg ist.

Klaus-Martin Meyer: Warum ist aus Deiner Sicht Startnext die richtige Plattform?

Lara Ramm: Einige Freunde und Bekannte aus der Gründerszene (Bereich food) haben über startnext erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen gestartet, weshalb auch wir uns zu Beginn mit dieser Plattform auseinander gesetzt haben. Bei der Auswahl der Plattform hat auch die Universität Potsdam ihren Teil dazu beigetragen, denn auch die Professoren der Uni konnten nur Positives über diese Plattform berichten. Dazu kommt, das hoch motivierte, engagierte und hilfsbereite Team von startnext. Von Anfang an standen uns die Mitarbeiter von startnext mit Rat und Tat zur Seite und haben uns auf unserem Weg sehr geholfen.  Auch die letzte Hürde, kurz vor Fertigstellung der Kampagne, ein Bug auf unserer Seite wurde durch die Informatiker aus Dresden behoben und die Kampagne konnte zum Glück rechtzeitig starten.

Klaus-Martin Meyer: Wie groß schätzt Du den Markt für ein solches Restaurant in Berlin ein? Gibt es bereits vor dem Start Feedback aus der adressierten Zielgruppe?

Lara Ramm: Den Markt zu bestimmen ist nicht wirklich einfach, da unterschiedliche Zahlen zu Lebensmittelallergikern, Menschen mit Lebensmittelintoleranzen, Veganern und sich gesund ernährenden Menschen vorliegen. Durch meine 2015 durchgeführte Marktanalyse in Berlin, bei der ich knapp über 600 Menschen befragt habe, bin ich auf eine Zahl von 1,5 Millionen potentiellen Kunden in Berlin gekommen. Dabei sind Touristen mit eingeschlossen.
Ja bisher erhalten wir sehr positives Feedback, sei es durch persönliche Nachrichten, in denen erzählt wird, wie sich jemand auf die Eröffnung freut, da der Luxus endlich frei aus einer Speisekarte auswählen zu können, bisher nur als Traum existiert hat und dass es mehr von solchen Restaurants geben müsste.  Nachrichten in denen Mithilfe, Unterstützung über Blogs und Internetseiten angeboten wird.
Am 1. Adventswochenende waren wir auf dem Free From Festival und wir haben durchweg positives Feedback bekommen. Einer Kundin haben wir den ersten Crêpe in ihrem Leben zubereitet, da sie mehrere Lebensmittelallergien hat und vorher noch nie die Möglichkeit hatte, ein Crêpe zu essen. Für meine Masterarbeit habe ich eine Umfrage mit knapp über 600 Menschen und 10 Experteninterviews durchgeführt. In den Interviews wurde Glutanada als Luxussituation beschrieben und auch hier konnten die Befragten die Eröffnung kaum abwarten.

Klaus-Martin Meyer: Sowohl Video als auch die Kampagne insgesamt machen einen gut durchstrukturierten und professionellen Eindruck. Habt Ihr Euch da von dritter Seite helfen lassen?

Lara Ramm: Die Kampagne habe ich selber von vorne bis hinten durchgeplant. Das Skript für den Film habe ich selbst erstellt und die Texte mit meinem Team zusammen verfasst. Natürlich war auch die Hilfe von Familie und Freunden ausschlaggebend für die erfolgreiche Zusammenstellung der Kampagne. Für die Filmaufnahmen und die Erstellung des Animationsfilmes haben wir zwei Studenten aus der Filmbranche engagiert. Wir sind sehr dankbar und zufrieden mit der Arbeit der beiden.

Klaus-Martin Meyer: Welche Erfahrungen kannst Du diesbezüglich mit den Lesern teilen und welche Empfehlungen würdest Du den Leuten geben, die auch ein Crowdfunding planen?

Lara Ramm: Da ich BWL studiert habe, wurde ich frühzeitig während des Studiums mit Crowdfunding Kampagnen konfrontiert. Schon seit Beginn des Studiums haben mich Gründungen sehr interessiert, weshalb ich mich auch im Master tiefgründig mit dem Entrepreneurship befasst habe. Crowdfunding ist mit sehr viel Arbeit und Organisation verbunden, das sollte jedem vor Start einer solchen Kampagne klar sein. Des Weiteren sollte es jedem bewusst sein, dass sobald die Kampagne gestartet ist, es nicht hilft, sich auf die faule Haut zu legen und zu hoffen, denn dann geht das Engagement erst nochmal richtig los. Schließlich muss die Zielgruppe auch von der Kampagne erfahren, sonst bringt das Crowdfunding keinen Erfolg.

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