Interview mit Daniel Cremer zum startnext-Crowdfunding „Langer Hans“

langer-hans-skitzeKlaus-Martin Meyer: Daniel, Du bist der Initiator des Crowdfundings „Langer Hans“. Könntest Du dich und deine Kampagne auf startnext bitte kurz vorstellen?

Daniel Cremer: Mit meinem Geschäftspartner Ruslan entwickle ich Herrenbekleidung für den „speziellen Fall“. Bei der Kampagne geht es nun zunächst um Bekleidung für große Männer. Auf Veranstaltungen wurden wir immer wieder darauf angesprochen, dass Bekleidung für große Männer zumeist zu kurz ist. Die herkömmlichen Konfektionsgrößen sind einfach nicht für große Männer ausgelegt. Entweder ist die Kleidung zu kurz oder zu weit. Auch ich kenne die Problematik mit 1,93 nur allzu gut. Dem wollen wir mit „Langer Hans“ entgegenwirken. Die extra langen Shirts haben eine optimale Passform und Länge für große Männer.

Klaus-Martin Meyer: Das Fundingsziel ist mit 2000€ ja durchaus nicht „in der Stratosphäre“. Warum hast Du den Weg über das Crowdfunding eingeschlagen?

Daniel Cremer: Auch wenn wir gute Kontakte zu der Fabrik haben und dadurch kleinere Mengen produzieren lassen können, deckt die Summe letztendlich nur einen Teil der Investitionen ab. Neben der Teilfinanzierung hilft uns das Crowdfunding eine realistische Markteinschätzung zu bekommen. Im Vorfeld haben wir viele Leute befragt und Annahmen getroffen. Zwischen Umfragen, Annahmen und dem tatsächlichen Kauf gibt es aber einfach Unterschiede. Das Crowdfunding zeigt uns ob tatsächlich gekauft wird und wir erhalten viel Feedback zu dem was funktioniert und was nicht. Bevor wir uns zum Beispiel T-Shirts aufgrund unserer Annahmen in das Lager legen, wissen wir nun besser welche Anzahl pro Größe produziert werden muss. Es wäre einfach unglücklich, wenn wir den Großteil der Shirts in M produzieren lassen und am Ende alle nur XL bestellen.

Klaus-Martin Meyer: Vielleicht kannst Du noch etwas näher erläutern, was das besondere an dem T-Shirt ist? Warum lohnt es für die Unterstützer mitzumachen? (schließlich muss man heute in den seltensten Fällen auf ein T-Shirt warten!)

Daniel Cremer: Erst wenn die Kleidung passt, fühlt man sich auch wohl darin. Meine Oberhemden lasse ich zum Beispiel maßschneidern, da mir die Ärmel meistens zu kurz sind oder die Hemden sonst einfach zu weit sind. Für passende Kleidung warte ich dann gerne. Darüber hinaus gibt es kein vergleichbares Produkt auf dem Markt. Neben der Passform haben wir großen Wert auf das Materialgemisch aus Bambusviskose und Bio-Baumwolle gelegt. Es trägt sich angenehm weich, ist atmungsaktiv und geruchshemmend. Zudem achten wir auf faire Arbeitsbedingungen in der Fabrik, was wir uns auch vor Ort angesehen haben.

Klaus-Martin Meyer: Vielleicht kannst Du auch etwas dazu sagen, wie das Crowdfunding vorbereitet wurde und welches Feedback bisher vorliegt?

Daniel Cremer: Wir haben Umfragen durchgeführt und mit Geschäften gesprochen um den Bedarf abzuschätzen. Da die Kommunikation sehr wichtig ist, haben wir uns vorab Gedanken gemacht über welche Netzwerke, Plattformen und Medien wir die Kampagne verbreiten können. Das hilft uns nun um regelmäßig neue Besucher und auch Kunden zu gewinnen. Seitdem das Crowdfunding läuft, bekommen wir auch immer wieder Anfragen für weitere Produkte. Insbesondere bei Longsleeves und bei Pullovern haben viele Probleme mit zu kurzen Ärmeln. Der Bedarf ist sicherlich vorhanden. Auch von Geschäften haben wir bereits Rückmeldungen erhalten, dass viele Männer ein extra langes T-Shirt gut gebrauchen können.

Klaus-Martin Meyer: Gibt es abschließend bestimmte Learnings, die Du an andere weitergeben könntest, die ebenfalls ein Crowdfunding planen?

Daniel Cremer: Es ist auf jeden Fall wichtig flexibel zu bleiben. Manche Dinge funktionieren nicht wie gedacht. Dran bleiben und weiter machen. Dann ergeben sich auch wieder andere Dinge, mit denen wir so nicht gerechnet hatten. Ein Beispiel: Es haben uns mittlerweile auch Männer unterstützt, die wir mit einer Größe um die 1,80 nicht auf dem Zettel hatten. Von ihnen haben wir erfahren, dass sich die Shirts auch perfekt zum Yoga oder tanzen eignen, da T-Shirts dafür auch meist zu kurz sind und zu unangenehmen Situationen führen.

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