Erfahrungen mit dem Seedrs Sekundärmarkt

SeedrsHeute erhielt der Autor erstmals eine Mail von Seedrs mit der „frohen Botschaft“ „Congratulations, you’ve sold shares in Tart London on the Seedrs Secondary Market“. Das Investors Account wurde mit 60,10 GBP abzüglich 2,63 GBP aufgefüllt.

Der gesamte Prozess dauerte vom Einstellen des Verkaufswunsch vor dem letzten Zeitfenster zum Aktienhandel auf Seedrs beginnend gestern vor einer Woche bis eben zum heutigen Mittwoch. Also alles in allem rund zwei Wochen.

Der Prozess ist bisher weit davon einem One-Klick-Kauf bei amazon entfernt. Kompliziert ist es nicht, allerdings müssen elektronisch mehrmals Dokumente via DocuSign signiert werden.

Die ökonomische Funktion, die ein Sekundärmarkt erfüllen soll, ist zu 100% gegeben. Der Investor hat die Möglichkeit, schon vor einem Exit aus einem Engagement auszusteigen. In diesem konkreten Fall wurden aus 25 GBP immerhin 57,47 GBP. Auf der Gegenseite hat ein anderer Anleger seine Position in Tart London ausgebaut und der Intermediär Seedrs hat nicht nur eine Gebühr von 2,63 GBP eingestrichen, sondern zusätzliche Gebühren dadurch erzielt, weil der Rückfluss aus dem Desinvestment gleich wieder investiert wurde. Hiervon profitiert das Gesamtkonstrukt inklusive der Startups, die eine schnelle Finanzierung suchen.

Neben der Tart London-Mail trudelte eine weitere Email ein, weil die Crowdstreet-Redaktion natürlich auch die Käuferseite des Sekundärmarktes auschecken wollte. Hierzu wurde die Position in CommuterClub um 20 Aktien aufgestockt. Der Ablauf war in etwa der gleiche wie beim Verkauf, was die Signatur von elektronischen Dokumenten betrifft. Verglichen mit einem normalen Kauf via Seedrs entsteht hierdurch natürlich ebenfalls ein Zeitverzug von rund einer Woche. Unschön ist allerdings, dass man die Aktien nicht aus dem Investoren-Account heraus bezahlen kann. Es müssen also zusätzliche Mittel an Seedrs überwiesen werden. Es ist unverständlich, warum man hier nicht auf den Standardbezahlprozess zurückgreift. Vielleicht ein Taschenspielertrick um weitere Liquidität auf die Plattform zu ziehen???

Nach Erhalt der Bestätigungsmail waren die neuen Aktien sofort ins Portfolio eingebucht. Hier wollen andere Seedrs-Investoren die Erfahrung gemacht haben, dass dieser Vorgang Tage nach der Bestätigungsmail nicht erfolgt ist. Dies könnte ergo nicht bestätigt werden. Die verkaufte Position ist weiter mit nunmehr null Aktien verzeichnet, so dass auch für die Verkäufe nicht gilt „aus den Augen aus dem Sinn“.

Eine weitere gute Sache des Sekundärmarktes ist, dass man bei Kapitalerhöhungen nicht mehr zwingend mitgehen braucht. Vielmehr ist es denkbar, in Ruhe abzuwarten, ob bestimmte Meilensteine eintreten, um dann über den Zweitmarkt einzusteigen.

Ein interessanter Aspekt ist auch, dass der Zweitmarkt die Möglichkeit der Portfolioumstrukturierung ermöglicht, selbst wenn man unter dem Strich nicht Desinvestieren will. Der Autor nutzt den Ausstieg aus einem Lebensmittel- und einem eCommerce-Engagement, um den Fintechsektor weiter auszubauen, ohne dass Exit-Events abgewartet wurden.

Fazit: Der Sekundärmarkt von Seedrs ist ein lobenswerter und funktionsfähiger erster Step. Man darf gespannt sein, wann und ob dieser weiter ausgebaut wird.

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.