Interview mit Julian Sametinger zum Seedrs-Crowdfunding für Zuper

ZuperKlaus-Martin Meyer: Julian, Du bist als COO aktiv bei Zuper. Könntest Du dich und Euer Startup bitte kurz vorstellen (insbesondere auch die Monetarisierungsoptionen)?

Julian Sametinger: Wir haben zuper gegründet, weil wir das Gefühl hatten, dass sich im Retail Banking niemand für uns als kleine Kunden einsetzt. Inwzischen bekommt man ja auch in den Medien viel von der Unzufriedenheit der Nutzer mit den Banken mit: von fiesen Gebühren im Kleingedruckten, neuen Gebühren auf früher kostenlose Services bis hin zu Horrorstories über schon fast betrügerische Beratung wie sie nach der Finanzkrise aufgedeckt worden sind. Wäre es möglich, auch den kleinen Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und gut zu beraten? Aus diesem Gedanken ist die Idee von zuper entstanden: wir möchten Menschen mit unseren Apps helfen, den Überblick über ihre Finanzen zu bekommen, ein Verständnis für gesunde Haushaltung mit den eigenen Finanzen zu entwickeln und sie neutral zu verschiedenen Themen zu beraten. Dabei war auch von Anfang klar: das muss kostenlos sein – wir verdienen nur etwas, wenn wir dem Nutzer helfen, zu sparen. Das kann in der Zukunft zum Beispiel über die Vermittlung eines günstigeren Girokontos oder eines günstigeren Telefontarifs geschehen. Am Ende geht es uns darum, unseren Nutzern finanzielle Freiheit zu ermöglichen.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell bietet ihr interessierten Investoren die Möglichkeit via Seedrs sich an Euch zu beteiligen. Warum ein Crowdfunding, warum via Seedrs?

Julian Sametinger: Wie eingangs erwähnt möchten wir einen Finanzassistenten entwickeln, der sich wirklich um den Nutzer kümmert. Deswegen möchten wir die Apps mit so vielen Menschen wie möglich co-kreieren, damit wir ein Produkt entwickeln, das den Ansprüchen der Nutzer gerecht wird. Seedrs ist die führende Equity-Crowdfunding-Plattform in Europa und hat schon mehrere große FinTech unternehmen erfolgreich unterstützt. Für uns war von Anfang klar, dass wir nur mit einem wirklich seriösen und zuverlässigen Partner, der auch einen Namen im Markt hat, zusammenarbeiten wollen.

Klaus-Martin Meyer: Wie lange hat der Prozess gedauert von der Entscheidung für Seedrs bis zu going live des Pitches? Gab es besondere administrative Herausforderungen bei der Arbeit mit einer britischen Plattform im Brexit-Zeitalter?

Julian Sametinger: Der Prozess hat etwas mehr als zwei Monate gedauert. Auswirkungen des Brexits haben wir keine gespürt und auf Seedrs konnten wir seit dem Referendum mit die meiste Aktivität beobachten. Der Prozess lief absolut reibungslos.

Klaus-Martin Meyer: Die ersten Investoren kommen aus diversen europäischen Ländern. Spiegeln sich diese Länder auch in der Herkunft der Downloadzahlen der App wieder? Hat das Crowdfunding bereits einen Einfluss auf die Downloadzahlen?

Julian Sametinger: Auf Grund der technologischen Voraussetzungen sind unsere Apps im Moment nur in Deutschland (bald auch in Österreich) verfügbar, dementsprechend kommen die Downloads auch zum Großteil aus Deutschland. Das liegt daran, dass wir im Gegensatz zu anderen Anbietern auf sogenanntes Webscraping verzichten. Webscraping wird im Rahmen der neuen Regulation der Europäischen Kommission eine illegale Aktivität werden, gleichzeitig zwingt die neue Regulation aber alle europäischen Banken dazu, ab 2018 Schnittstellen für Firmen wie uns anzubieten. Auf diesen Moment bereiten wir uns vor – die Downloadzahlen steigen aber seit Beginn der Crowdfunding-Kampagne stetig und teilweise schneller als wir dachten!

Klaus-Martin Meyer: Sieht man sich die Funktionalitäten der App an, fragt man sich schon, warum das Banken nicht seit Jahren anbieten. Seht ihr Banken als Exitkanal oder kommen für Euch eher andere Fintechs in Frage?

Julian Sametinger: Das haben wir uns auch gefragt! Das Problem, das wir mit zuper lösen ist ein globales Problem, daher planen wir nicht, unsere Firma in den nächsten Jahren an einen alten Industriehasen oder ein FinTech zu verkaufen. Wir möchten zuper langsam aber stetig zu einer globalen Firma im Finanzbereich aufbauen. Unser App soll das Interface des Retail-Bankings der Zukunft werden und dafür müssen wir eigenständig bleiben.

Info-Video zur App:

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