Es tut sich mal wieder was beim equity based Crowdfunding I

Crowdfunding-PlattformenIn den letzten Monaten war es auf der Crowdstreet zugegebener Maßen etwas ruhiger. Aber das Segment des equity based Crowdfundings war auch insbesondere hier in Deutschland höflich gesprochen eher von Langeweile geprägt. Gefühlt wurde in den einschlägigen Facebook-Gruppen mehr über Pleiten, Pech und Pannen der Fundings von Companisto & Co. diskutiert als über neue Pitches. So mancher Kommentator hat das Crowdfunding hierzulande auch schon für tot erklärt. Fairer Weise sollte aber erwähnt werden, dass es zumindest im Immobilien-Segment weiter dynamisch nach vorne geht. Wenn sich heute morgen Companisto für 40 Millionen Euro abfeiert, die in die Zukunft investiert wurden, dann seien nur einmal die 78.017.356 € der ungleich später gestarteten Exporo dagegen gehalten, selbst wenn man dabei Äpfel mit Birnen vergleicht. Auch bei Bergfürst, die sich nie so richtig freigeschwommen haben, ist in letzter Zeit sehr viel mehr los. Dazu beigetragen haben dürfte neben der attraktiven Zinsen im Bergfürst-Fall die neuerdings aufgetauchte Zauberformel „Besichert“.

Seedmatch und Companisto schauen ganz sicher seit einigen Wochen aufmerksam auf die Aktivitäten von Seedrs in Deutschland. Nach der Ankündigung von Seedrs nach Deutschland zu kommen in 2014 und der Rekrutierung eines lokalen Managements im November 2016 war lange nichts zählbares passiert. Seit ein paar Wochen hat sich das nun geändert und dies mit Macht. So ist Bonaverde aufgrund seines britischen Ablegers zwar mit einem Funding in britischen Pfunden auf der Plattform, dennoch hätte man das zweite Investment based Crowdfunding der Münchener doch eher auf Seedmatch erwartet. Der aktuell laufende Pitch ist in Euro gerechnet schon jenseits der Millionengrenze.

Auch den Pitch des Rocket Internet-Ablegers RideLink mit über einer Millionen Pfund hätten die hiesigen Player sicher gern auf der eigenen Plattform gesehen. Die Münchener FinTech-Leute von Zuper verwiesen als Grund, warum sie 500.000 Euro ausgerechnet via Seedrs akquirieren wollen, ausdrücklich auf die FinTech-Expertise der britischen Plattform. Mit ACPAD ging dieser Tage ein weiterer Pitch an den Start, um Kapital für ein innovatives Gitarren-Gadget zu akquirieren.

Seedrs groovt sich also langsam aber sicher ein… Die Anleger wird es freuen, gibt es doch bei Seedrs echte Aktien, bei denen zudem eine größere Wahrscheinlichkeit besteht, dass man diese in nicht allzu ferner Zukunft über den Zweitmarkt wieder schmerzfrei verkaufen kann.

Wenn Firmen wie Seedrs nicht zum amazon der deutschen Crowdfunding-Szene werden sollen, wird man in Deutschland allmählich eine Antwort auf die Equity-Frage finden müssen. Eine Möglichkeit hat man sicher bereits verschlafen, nämlich pro-aktiv in den UK zu gehen, sich der dortigen Regulierung zu unterstellen und von dort aus nach Deutschland zurückzukehren. Wenn man sich nicht eines Tages für einen Appel und ‚Ei an in die Arme einer britischen Plattform retten will, muss man nun Attacke machen!

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