Es tut sich mal wieder was beim equity based Crowdfunding II

Crowdfunding-PlattformenIn Teil eins dieser kleinen Serie wurden ausführlich die vom UK aus getriebenen Neuigkeiten auf dem deutschen Markt beleuchtet. Wenn die Musik in Deutschland von Großbritannien auf den Kontinent schallt, dann ist naturgemäß davon auszugehen, dass auch auf der Insel sehr viel mehr abgeht als hier. Und dem ist tatsächlich so.

Als kleine Randnotiz seien leise Gerüchte genannt, dass Seedrs die (noch) Nummer zwei der Crowdfunding-Plattformen die (noch) Nummer eins übernehmen könnte. Grundlage dieses aus der Sicht der Redaktion eher vom Sommerloch getriebenen Gerüchts ist, dass Seedrs laut eigenem Bekenntnis eine größere Kapitalrunde plant. Ferner gibt es da Leute, die schon jetzt nachrechnen, wann Crowdcube die Puste bzw. das Geld ausgehen wird. Und dann ist da noch ein eher schwaches Argument. Draper Esprit, einer der wesentlichen Investoren in Crowdcube hat sich sehr wesentlich an Perkbox beteiligt. Perkbox wurde über Seedrs finanziert und Seedrs kassiert bekanntlich mit, wenn es Exits mit Gewinn für Investoren gibt. Hierin sieht der größte Crowdcube-Kritiker on earth ein Indiz, dass Draper Esprit auf Seedrs umschwenken könnte. Stärker wäre hier sicher das Argument, dass ein anderer Crowdcube-Investor nämlich Balderton die Lust an der marktführenden Plattform verloren haben könnte. Der N26-Konkurrent Revolut erhielt nämlich eine 66 Millionen Dollar-Finanzierung, die durch eine vier Millionen GBP Kampagne via Seedrs flankiert werden soll, die morgen mit der Vorstufe einer Pre-Registration starten wird. Die Runde wurde unter Beteiligung von Balderton geschultert, die sicher Einfluss hätten nehmen können, dass auch die zweite Crowdfunding-Runde über Crowdcube abgewickelt hätte werden können. Dies hätte der Balderton-Beteiligung, die nach wie vor hohe Verluste macht, immerhin Provisionen im sechsstelligen Bereich gebracht…

So geht die Runde an Seedrs. Angesichts des Mega-Interesses an Revolut dürfte es eine der größten Crowdfunding-Runden für Startups überhaupt sein. Es ist durchaus denkbar, dass die Kapitalerhöhung – wenn die Server mitspielen – in wenigen Minuten platziert ist. Darauf lässt die erste Runde schließen, als die Investoren 17 Millionen investieren wollten, aber nur Anteile für eine Millionen verfügbar waren. Erfreulicher Weise wird das Minimun-Investment wie üblich bei Seedrs bei 10 GBP liegen und das Maximum bei 1000 GBP (Ausnahme Premium-User dürfen für 2000 GBP zulangen).

Eine weitere interessante Neuigkeit auf dem britischen Markt betrifft ebenfalls Seedrs, die eine Vertriebskooperation mit der deutschen Challenger Bank Fidor abgeschlossen haben. Dies wird Fidor neue Kunden vom Kontinent in die Arme treiben und damit nicht nur deren einheimisches sondern auch das internationale Geschäft insbesondere in Deutschland vorantreiben. Eine interessante Kooperation, die ein Mosaiksteinchen dazu beitragen könnte, dass es im UK zumindest bald zu einer Wachablösung kommen könnte, dass Seedrs Crowdcube überholt, wenn auch nicht unbedingt übernimmt. Die Vorteile liegen ohnehin auf der Seite von Seedrs. Seedrs holt Volumenmäßig stark auf. Seedrs ist teurer, Seedrs hat neuerdings auch Gebühreneinnahmen aus dem Sekundärmarkt und Seedrs verdient bei Exits mit, von denen sicherlich in Bälde die erste kommen werden, schließlich ist die Plattform gerade fünf Jahre alt geworden.

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