Seedrs sammelt fleißig Geld ein…

SeedrsSeedrs gab Anfang dieser Woche bekannt, dass man ein Folgeinvestment seines Anteilseigners Woodford Investment Management in Höhe von vier Millionen GBP erhalten habe. Die Firma hatte sich bereits im Jahr 2015 mit sechs Millionen GBP engagiert. Die Crowdinvestoren können vermutlich in der übernächsten Woche ihre Bezugsrechte ausüben (mehr zum bevorstehenden Crowdfunding). Die Bewertung habe 27,2 Prozent über der letzten Kapitalrunde gelegen. Die Höhe der Bewertung ist damit sehr viel moderater als beim immer noch selbsternannten Marktführer Crowdcube.

Seedrs hat umfangreiche Vorstellungen, was mit dem vielen Geld passieren soll: „The capital we are raising will allow us to deliver our next stage of growth. Seedrs will use the capital to launch new product capabilities that will materially increase liquidity and return potential for investors and businesses; build out increased sales and marketing efforts; launch a select set of strategic partnerships; and massively scale campaign execution through automation, machine learning and AI.

Alle Vorhaben scheinen demnach auf organisches Wachstum ausgerichtet zu sein. Übernahmen hat man aktuell vermutlich auch nicht nötig. Crowdcube ist mehr oder weniger eingeholt, verweigert Antworten auf Fragen, wann man denn mal Geld verdienen will und scheint jeden Schrott auf die Plattform zu nehmen. Die PR-Maschine wird mit Nebelkerzen-News befeuert („£5 million invested through iOS app“). Das letzte externe Investment kam aus China, was einen eher verzweifelten Eindruck macht, zumal die Bewertung nicht gesteigert wurde…

Auf den internationalen Märkten setzt Seedrs zunehmend die lokalen Platzhirsche unter Druck (Niederlande & Deutschland). In Deutschland lag man gefühlt in den letzten Monaten schon vorne.

Inhaltlich treibt man mit dem Sekundärmarkt die Wettbewerber vor sich her. Und wenn in Bälde die ersten Exits realisiert werden, wird Seedrs auch Liquiditäs- und Ergebnistechnisch die meisten Wettbewerber abhängen.

In der einen oder anderen Facebook-Gruppe hat man schon jetzt den Eindruck, dass sich insbesondere viele deutsche Anleger zunehmend – teilweise sogar bevorzugt – auf Seedrs tummeln und den Heimatplattformen den Rücken kehren. Dieser Trend wird sich mit den geplanten Marketinginvestitionen ganz sicher verstärken.

Der vorherrschende Tenor der Crowdinvestoren ist auf jeden Fall der, dass man seine Bezugsrechte ausüben will und wenn möglich sogar darüber hinaus zeichnen möchte. Nicht Aktionäre bedauern jetzt schon, dass sie wahrscheinlich nicht zum Zuge kommen werden.

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